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Jüdische Turnzeitung · 1911-01-01 · 1 (1.1911) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
12 (1911)
Issue
1 (1.1911)
Date
1911-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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No. 1 7 Neuer Turnverein, den wir seitdem noch nicht los geworden sind. Der ersten Torheit, unser edles Vorhaben der Charakterstärke solcher Leute auszuliefern, folgte die zweite, in dem also zustande gebrachten Mischmaschverein zu verbleiben. Das sollte sich bitter rächen. Die aktivsten Elemente im. Verein waren natürlich die nationalen, die ja auch die Träger der Idee und die Väter der Gründung waren. Das waren Verdachtsmomente genug, um alles, was wir taten oder unterließen, auf geheime nationale Motive zu beschnüffeln. Line blauweiße Fahne gar bei Festlichkeiten wurde als Herausforderung empfunden und alldeutsche Herzen zitterten, wenn ein Kommers- oder Marschlied national-jUdische Töne auch nur anklingen ließ. So waren die ersten Jahre des Vereinslebens von Mißtrauen und Mißhelligkeiten ohne Unterlaß erfüllt, bis schließlich aus ganz unscheinbarem Anlaß ein Massenaustritt der antinationalen Mitglieder und die Gründung eines Gegenvereins erfolgte. Unser einziger Erfolg bis dahin war, daß die Konkurrenzgründung nicht ohne einen jüdischen Aufnahmeparagraphen gewagt wurde. Um so schwieriger gestaltete sich die Existenz unseres eigenen Vereins, der noch Jahre hindurch von Krisen aller Art erschüttert, ja zeitweise in seinem Bestand gänzlich in Frage gestellt wurde, bis es endlich gelang, den Anschluß an die Jüdische Turnerschaft durchzusetzen und den unverfälscht nationalen Tendenzen dann auch im ganzen Vereinsleben sicheren Halt zu schaffen. Seitdem trat in unablässiger, intensiver Arbeit aller bewußt nationalen Elemente eine stetige Gesundung und zunehmende Erstarkung unseres Vereins ein. Erst jetzt, nach nunmehr acht Jahren unseres Bestehens, halten wir in Konsolidation und Ausbau soweit, wie wir unter anderen Verhältnissen bereits in den ersten zwei Jahren hätten gelangen können und müssen. Nies Schmerzenskind aller national-jüdischen Unternehmungen von Posen ist nun glücklich aus den kritischen Jahren heraus und sieht endlich einen geraden, breiten Weg gesicherter Entwicklung vor sich. Aber diese Gründung sollte allen Gründern und Gründungslustigen anderwärts ein warnendes Beispiel dafür sein, wie es nicht gemacht wird, ein abschreckendes Exempel davon, wohin schwächliche Nachgiebigkeit und faule Kompromißlerei führt. Wir haben schweres Lehrgeld gezahlt und wenn wir schließlich uns und die jüdische Turnidee auch durchgesetzt, ja gegen die assimilatorische Gründung siegreich das Feld behauptet haben, so braucht doch von anderer Seite •licht immer wieder die gleiche Torheit allgemein-jüdischer, richtiger: auchiüdischer Gründungen wiederholt zu werden. Discite moniti adolescentes' Dr. Jeremias -Posen. Querfeldeinlaufen. Ich erachte et all meine Pflicht, Herrn Georf Israel von nnsenn Berliner Bruderverein für seine Anregung — den im Oktoberheft der Turnseitnng erschienenen Artikel »Querfeldein laufen — bestens zu danken. Einige Optimisten hatten die Idee aufgegriffen und beschlossen, sie auch in Hamburg in die Tat umzusetzen. Im Dezember hiess es: ,1m Jsnusr fangen wir *n« und am n. Januar wurde in der Turnstunde verkündet: „Sonntag frflh g Uhr treffen wir uns am Schlump. Von dort fahren wir nach Gross-Borste!, wo wir den

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