Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1910-12-01 · 12 (12.1910) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
12 (12.1910)
Date
1910-12-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4921092-5965118-5965312--2855-4925660
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 12 193 kurs (ca. 15 Teilnehmer) übernommen, und beginnt schon im Januar mit den Hebungen zu dem im März stattfindenden Schauturnen. — Für das bewiesene Vereinsinteresse sei auch au dieser Stelle Herrn Popper der herzfichste Dank ausgesprochen! Von einer weittragenden Bedeutung ist die vor kurzem ins Leben gerufene Vorturnerschaft, deren Satzungen nach einer eingehenden Beratung vom Turnrate bereits akzeptiert wurden. Durch die Schaffung dieser neuen Körperschaft hat der Verein einen kolossalen Schritt nach vorwärts aufgewiesen, und die zeitweise oft unangenehm fühlbar eintretende Vorturnermisere für immer aufgehoben. Die Vorturnerschaft, die dem Turnrate als fachmännischer Beirat in allen Turnangelegenheiten eine bedeutende Erleichterung bietet, übernahm die verantwortungsvolle Pflicht, wohlgeschulte und disziplinieite Vorturner dem Vereine zu erziehen. Wir wünschen und erwarten, daß diese junge, aus arbeitslustigen und kräftigen Männern bestehende Institution, die sich gestellten Aufgaben stanzend erfüllen wird. Silberg. Bücherschau. Blach: Die Juden in Deutschland. Von einem jüdischen Deutsche n. So nennt sich eine Schrift, die mehr durch die ungestüme Art ihrer Verbreitung;, als durch ihren Inhalt die Beachtung herausfordert. Der Verfasser bezeichnet als sein Ziel, den deutschen Juden die Notwendigkeit, Schönheit und Nützlichkeit der Assimilation klar zu machen. Sie ist, wie er ganz richtig erkennt, Selbstmord, und er fordert von den Juden, sie sollten Selbstmord begehen, „freien, freudigen Selbstmord". Er verlangt, daß die Juden ihre Sonderstellung in Deutschland aufgeben sollten. Als Hauptgründe des Weiterbestehens dieser Sonderstellung erkennt er die soziale, gesellschaftliche wie berufliche Zusammenballung der Juden und den Zuzug ausländischer Juden. Er fordert Maßnahmen gegen beides. Der reiche, einflußreiche Jude solle nicht mehr seinen Einfluß benutzen, den Sohn des Synagogendieners dem befreundeten Bankhause als Lehrling zu empfehlen, sondern ihm einen Truppenteil besorgen, bei dem er als Kapitulant eintreten könne, oder ihn dem befreundeten Postdirektor für den unteren oder mittleren Postdienst empfehlen. Ein guter Rat, der freilich schon um deswillen wenig befolgt werden dürfte, weil die einflußreichen Juden nun einmal mehr Beziehungen zu Bankhäusern als zu Regimentskommandeuren und Postdirektoren haben. Herr Blach verlaugt weiter, daß jüdische Eltern nicht mehr danach streben sollten, ihre Kinder in höhere soziale Stellungen zu bringen, als sie sie selbst besitzen. Im Qegenteil sollen die Juden statt Kaufleute, Arbeiter oder kleine Beamte werden Nurch durch die soziale Eingliederung kann die Assimilation erreicht werden, und diese liegt im Vorteil der oberen Zehntausend. Daran, daß diese auch mal etwas für das Judentum tun könnten, denkt Herr Bhch offenbar gar nicht. Unbedenklich verlangt er den sozialen Abstieg der jüdischen Massen, damit er und seine Klassengenossen höher steigen können. Herr Blach weiß, daß auch die soziale EinSchichtung noch nicht genügt. Ein Hindernis ist noch zu überwinden, das Blut. Herr Bl. verlangt also die Mischehe. Ganz folgerichtig sagt er, es sei nun aber erforderlich, daß die Kinder aus den Mischehen Juden würden, denn sonst bliebe ja das arische

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.