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Jüdische Turnzeitung · 1910-12-01 · 12 (12.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
12 (12.1910)
Date
1910-12-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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192 No. 12 Stettin. J.T.-V. Am Sonntag, den 11. Dezember, beging der „Jüdische Turnverein" seine Makkabäerfeier, die von ca. 200 Personen besucht war. Von dem Programm gefiel am besten ein Turnreigen der Damenriege durch ein kleines Theaterstück des Hausdichters eingeleitet; sonst bot es eine zündende Festrede des Vorsitzenden, Herrn Referendar Greifenhagen, einen Prolog sowie ernste und heitere Rezitationen. Ein Ball folgte. Das glänzend verlauiene Fest brachte einen großen Ueberschuß und viele neue Mitglieder. A. B. Wien. 'I. Wiener Jüdischer Turnverein.) Der Turnbetrieb in der diesjährigen Wintersaison kann mit Freude ajs ein recht lebhafter bezeichnet werden. Wenn auch die gegenwärtige Besuchsziffer im Herrenturnen, die vor zwei Jahren erreichte Höhe nicht weiter behauptet, die Begeisterung für die Idee wächst sichtbar von Tag zu Tag. Speziell das Damenturnen hat einen kolossalen Aufschwung zu verzeichnen. Es turnen durchschnittlich ca. 50—60 Damen in jeder Turnzeit, wobei die Zahl noch eine weitere Steigerung erfahren dürfte. Diese Tatsache ist mit um so größerer Freude zu begrüßen, als auch das „schwache Qeschlecht" in der verwöhnten Wiener Stadt die Notwendigkeit der körperlichen Betätigung und Schönheit der Körperkultur immer mehr einzusehen beginnt. Es sind fast durchwegs junge Turnerinnen, die sehr wenig oder überhaupt nicht geturnt haben, aber durch das entgegengebrachte Turninteresse dem Vorturner die Arbeit erleichtern und diesem schon nach ein paar Wochen fleißigen Turnens die Gelegenheit bieten, die kolossalen Fortschritte seiner Riege mit Vergnügen beobachten zu können. Das Zöglingsturnen erfreut sich gleichfalls einer hübschen Entwicklung, und der Verein ist schon heute auf den Nachwuchs stolz, den diese stramme Abteilung dem Vereine liefern wird. Der Verein hat auch Neujahr die Renovierung der Säle und Garderoben vorgenommen, die unserem lieben Zeugwart H. Heinrich Pollack viel Arbeit lieferte. Demselben herzlichsten Dankl Als ein besonderes Novum ist der Wechsel in der Platzleitung zu nennen. Unser früherer I. Turnwart und Platzleiter. Herr Rudolf Pollak, der nahezu 10 Jahre hindurch dieses Amt inne hatte und in aufopferungsvoller Weis«i dem Verein seine Kräfte zur Verfügung stellte, trat wiederholt, speziell in der letzten Zeit an den Turnrat mit der Bitte heran, man möge ihn seines Amtes entheben. Obwohl der Turnrat die Motive des Herrn Rud. Pollak, die rein iamiliärer, privater Natur waren, als begründet anerkannte, mit Rücksicht auf die Person und die turnerische Qualität des Herrn Rud. Pollak konnte man doch nicht seiner Bitte willfahren. Das Vereinsinteresse und die persönliche Freiheit zu wahren, machten dem Turnrat eine kleine Sorge. dieser unangenehmen Situtation reichte uns die Hand Herr Popper, der sich auf Ersuchen des Turnrates in liebenswürdiger Weise bereit erklärte, die Platzleitung im Herren- und Damenturnen zu übernehmen. Erst jetzt konnte der Turnrat mit Bedauern der wiederholten Bitte des Herrn Rud. Pollak Folge leisten. Der Turnrat hat auch einstimmig unserem bisherigen P^te" leiter für sein außerordentlich ersprießliches Wirken für den Verein den wärmsten Dank ausgesprochen. Wir hoffen auch, daß Herr Pollak, seinem Versprechen gemäß, sich noch re:ht oft in unseren Kreisen zeigen wird und dem Verein das früher entgegengebrachte Interesse noch immer bekunden wird. In der Person, des Herrn Popper gewann der Verein eine turnerisen un». sportlich vollendet ausgebildete Kraft. Herr Popper, der dem Turnen ca. 20 Jahre ergeben ist, erreichte während dieser Zeit die besten turnerischen Qualitäten, Leistungen, die wir sehr oft im Vereine Gelegenheit zu beobachten Gelegenheit haben. Herr Popper hat auch die Leitung im Vorturner-

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