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Jüdische Turnzeitung · 1910-12-01 · 12 (12.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
12 (12.1910)
Date
1910-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 12 185 Jüdische Ruderer. Die Ruderriege des Jüdischen Jugendbundes zu Berlin hat in diesem Jahre ganz erhebliche Fortschritte gemacht, welche nunmehr das dauernde Bestehen der Regie gewährleisten. Die Riege wurde im Juni 1909 von 20 Herren gegründet, von welchen aber nur ein geringer Teil den physischen Anforderungen entsprach. Dies hatte zur Folge, daß die Mitgliederzahl sich bis zum Herbste 1909 auf acht Aktive verringerte. Im Jahre 1910 traten dann zwei ältere Ruderer aus anderen Vereinen und 16 Junioren ein, von welchen die meisten während des ßassinruderns noch im Winter eine gründliche Vorbildung genossen und gleich zu Beginn der Saison ins Boot genommen werden konnten. Die Flotte der Riege besteht aus einem Sechser und drei Vierern. Ein neuer Doppelzweier kommt im Frühjahr 1911 zur Ablieferung. Das größte Hindernis für die Entwicklung der Ruderriege ist nunmehr durch die Verlegung des Bootshauses von Grünau nach Niederschöneweide beseitigt worden. Das neue Heim befindet sich im Hause Berliner Straße 96/97, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Nieder-Schöneweide und ist von Berlin aus schnell und billig zu erreichen. Es stehen zwei geräumige Bootshallen zur Verfügung nebst einer Klubwohnung, bestehend aus Ankleideräumen, Bad und Gesellschaftszimmer. Die Uebungsabende im Freien beginnen in der Woche nach Ostern und werden an den Dienstagen und Donnerstagen von 7—11 Uhr abenda abgehalten. Das im Winter des Vorjahres durchgeführte Bassinrudern hatte überaus günstige Resultate ergeben: Die Riege hat sich daher entschlossen, in den Monaten Januar, Februar und März abermals im Bassin zu rudern. Die Uebungsabende finden an jedem Donnerstag von 9V&—11 Uhr in der Schwimmhalle des Passage-Bades, Kottbuser Damm 79 und Hobrechtstr. 55, statt und dienen der Fortbildung der älteren Ruderer und der Vorschulung der Junioren. Insbesondere für den Anfänger ist das Bassinrudern (Kastenrudern) von großer Wichtigkeit. Bevor er ins Boot gelangt, muß er im „Kasten", einem breiten, fest verankerten Boot mit flachem Boden all die vielen Bewegungen erlernen und üben, aus welchen sich der Ruderschlag zusammensetzt. Die Ausbildung erfolgt zuerst einzeln, dann in der Mannschaft. Es gilt hier vollkommen gleichförmig arbeitende Ruderer auszubilden, welchen eine Anzahl schwer erlernbarer Griffe und Bewegungen beizubringen ist, die — richtig ausgeführt — dem Boote einen glatten Fortgang sichern, im Regenteiligen Falle aber stete Hemmung bereiten. Hieraus ergibt sich, daß e>ne gut ausgebildete Mannschaft einer technisch schlechteren, wenn auch Physisch stärkeren, überlegen ist. Im Bassin werden jene Muskelgruppen systematisch gekräftigt, welche im gewöhnlichen Leben wenig, beim Rudern aber um so mehr gebraucht werden. Die Uebungen im Kasten bilden die Grundlage guten Mannschaftsruderns. Es dürfte sich erübrigen, viel von den Vorzügen des Rudersportes zu erzählen, da wohl allgemein bekannt ist, daß das Rudern als Preiluftsport par excellence zu jeder Tageszeit, bei nahezu jedem Wetter

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