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Jüdische Turnzeitung · 1910-11-01 · 11 (11.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
11 (11.1910)
Date
1910-11-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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No. 11 169 ist nötig:, damit nicht durch Mangel an Sauerstoff die Arbeitsleistung sinkt. Duffey spricht allerdings von der 100 Yards-Strecke (91,4 m); da unsere klassische Strecke aber 100 Meter beträgt, so will mir scheinen, daß zweimaliges Atmen, vor allem für kleinere Läufer, zu wenig sein wird; mit drei Malen ist der Bedarf aber sicher zu decken, und die Behinderung durch das Atemholen ist doch auf das Mindeste beschränkt. Etwa bei Beginn des letzten Drittels oder Viertels der Rennstrecke pflegt bei guten Läufern eine besonders heftige Anstrengung einzusetzen, die man unter glücklicher Vermeidung des früher gebräuchlichen englischen Wortes „rush" jetzt „Schluß" zu nennen pflegt. Der „Schluß" unterscheidet sich von dem bisher bewährten Stil nur durch schärferes Hochreißen der Knie, längeren Schritt und heftigere Armarbeit. Besonders bei den letzten beiden Schritten am Band müssen die Beine sehr heftige Arbeit leisten, um den Körper vorzuschieben; der letzte Schritt muß ein regelrechter Sprung sein, doch kein Weitsprung, sondern beinahe so, wie ein Schwimmspringer einen Kopfsprung ins Wasser beginnt: das eine Bein tritt kräftig ab und schiebt den Körper vor, die Arme unterstützen dies dadurch, daß sie beide mit heftigem Ruck zurückgeworfen werden, so daß die Brust weit vorgeschoben ist. Dieser sogenannte „Sprung" am Schluß hat schon manches zweifelhafte kennen entschieden. Der schlechte Läufer ist meistens dadurch charakterisiert, daß er während des „Schlusses" die Haltung verliert; seine schwache Bauchmuskuiatur kann die Vorwärtsneigung nicht bewahren, er beugt sich zurück und verkürzt dadurch seinen Schritt. Wenn ein Läufer in dieser Haltung selbst einen halben Meter vor seinem richtig laufenden Nebenmann liegt, braucht er doch nicht der erste am Bande zu sein; denn während sein vorderes Bein schon die Ziellinie passiert, hat seine Brust wegen der Rückwärtsbewegung des Oberkörpers das Band noch nicht berührt. Die Beine des anderen dagegen können noch ein ganzes Stück hinter der Linie sein, während seine Brust schon das Band erreicht hat. Welche Taktik hat nun der 100 Meter-Läufer zu beobachten, d. h. wie hat er sein Handeln überlegt nach dem des Gegners zu richten? Die Antwort hierauf ist kurz zu fassen. Der Sprinter sollte jedesmal so rennen, als ob er nicht um Sieg oder Platz, sondern um sein Leben liefe. Sein Bestreben sollte sein, mit großer Geschwindigkeit wegzukommen und diese von Schritt zu Schritt steigern. Kämpfen mit äußerster Willensanstrengung ist das einzige, was man raten kann. Viele Läufer sind aber während eines großen Teil des Rennens überhaupt nicht bei Bewußtsein; bei 50 oder 60 m merken sie überhaupt erst, daß sie im Rennen liegen, und beginnen dann, sich bewußt anzustrengen. Das ist ein großer Nachteil; je früher ein Läufer dazu kommt, seine Willensernergie bewußt anzuwenden, um so mehr Aussicht auf Erfolg hat er. Am besten ist es, man prägt sich vor dem Rennen sorgfältig und wiederholt alles ein, an was man während des Rennens zu denken hat, also: beim Start weg mit aller Kraft, kurze schnelle Schritte; bei 30 Meter atmen; bei 60 Meter atmen, dann „Schluß"; vor dem Band: Brust raus, Arme zurück. Diese Gedanken müssen einem zur Gewohnheit werden, und immer und immer wieder muß man darauf achten, daß man nicht den größten Teil des Rennens verduselt, ehe man bewußt zu arbeiten anfängt. Verbandsfond«. Der Jüdische Turnverein Bar Kochba-Berlin trägt Herrn Arthur Hirsch anläßlich seiner Hochzeit in die Liste der Förderer der Jüdischen Turnerschaft ein...................M. 57,15 I I

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