Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1910-11-01 · 11 (11.1910) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
11 (11.1910)
Date
1910-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4921092-5965118-5965310--2825-4925631
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

168 No. U die den Zwischenraum zwischen den Spuren der Hände und Füße ausfüllt, zu klein, um dem Körper ein sicheres Stehen zu ermöglichen, infolgedessen also die Haltung gezwungen und ermüdend. Ein anderer häufiger Fehler ist der der falschen Gewichtsverteilung. Hierbei stehen Hände und Füße zwar an richtiger Stelle, aber der Körper ist nicht nach vorn übergebeugt, so daß das Gewicht mehr auf den Beinen als auf den Händen ruht. Diese Haltung macht gewissermaßen erst ein Schwungholen vor dem eigentlichen Start nötig, das heißt, der Körper muß erst nach vorn gehoben werden, ehe er in die richtige Startstellung kommt. Meistens bleibt bei dieser Haltung auch der Körper nicht ruhig, sondern pendelt hin und her. Fällt der Startschuß, wenn der Läufer zufällig gerade in der Vorwärtsbewegung ist, so glückt der Start; ist er aber gerade hinten, dann kostet es mindestens einen verlorenen Meter Boden. Natürlich wird der Starter, der solchen unsicheren Kantonisten sieht, sich hüten, gerade während der Vorwärtsbewegung z" schießen. Andere Fehler sind: zu langer erster Schritt; der vorgeworfene Unterschenkel steht dann wie eine Strebe der Vorwärtsbewegung entgegen, es erfolgt zu frühes Aufrichten und ein deutliches Stocken nach dem ersten Schritt. Ferner: falsche Armbeweguirg; die Arme müssen kräftig beim ersten Schritt helfen; steht der rechte Fuß beim Start vorn, so muß der linke Arm mit aller Kraft zurück, der rechte nach vorn geworfen werden. Sehr oft kann man folgenden Fehler beobachten: die beiden Füße stehen in ihren Startlöchern ganz oder teilweise hintereinander; das hat zur Folge, daß das hintere Bein bei der Vorwärtsbewegung gegen das vordere stößt, dadurch die Bewegung hemmt und von der geradeii Richtung ablenkt. Jede Abweichung von der geraden Richtung ist Verschwendung und hat häufig, vor allem bei nicht hoch abgesteckten Bahnen, den Nachteil, daß man aus der eigenen Bahn gerät und dadurch den Nebenmann und sich selbst hindert, was Ausscheiden aus dem Rennen zur Folge hat. Nach erfolgtem Start soll, wie vorhin schon gesagt, der Körper erst noch mehrere Schritte weit tief bleiben; das erreicht man am besten dadurch, daß man sich bemüht, kurz und schnell zu treten; lange Schritte machen immer ein Aufrichten des Körpers nötig, und das verlangsamt den Schritt. Erst muß der Körper im Schuß sein, d. h. eine möglichst große Geschwindigkeit erlangt haben, ehe man lang ausschreiten darf. Hat sich ein Läufer richtigen Start und Stil angeeignet, und läuft ei ein Rennen mit höchster Geschwindigkeit, so wird er doch nicht immer die gleiche Schnelligkeit während des ganzen Rennens bewahren; meistens wir von guten deutschen Läufern das erste Drittel des Rennens schnell, das zweite langsamer und am schnellsten das dritte gelaufen. P'e*®s Nachlassen und Wiederanziehen ist zum größten Teil durch die Atmung bedingt. 100 Meter in einem Atem zu laufen, wie man manchrna angegeben findet, ist zwar nicht unmöglich, aber doch unzweckmäßig; v,®r Läufer atmen vier- bis sechsmal während eines solchen Rennens, näutut ist die Atmung, vor allem gegen Ende des Rennens, durch deutliches Zische und Pfeifen markiert. Arthur Duffey empfiehlt aus seiner Erfahrung ^Jfr8™Z nur zweimal während des Rennens zu atmen, da jede Atmung das J*1?^ etwas verlangsamt. Beim angestrengten Lauf ist nämlich die ganze MusK - latur des Rumpfes in heftiger Spannung; bei der Einatmung muß die *Pa"^ nung nachlassen, und dieses Erschlaffen der Rumpfmuskulatur bewirkt «i Verringerung der Muskeltätigkeit, also eine Verzögerung. Duffey ist " Meinung, daß man 50—60 m bequem in einem Atem laufen kann, dann aber auch der Sauerstoff in den Lungen verbraucht und ein neuer Aternz

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.