Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 11 (11.1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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170 No. 11 Georg Arndt-Stiftung. Zionistischer Stammtisch Cafe" Bauer, Frankfurt a. M., durch A. Heilbrunn..................10— M. Die aufmerksamen Zuhörerinnen danken Herrn Dr. Jalowicz für seinen interessanten Vortrag am 4. Dezember.........8,— » Aus der Jüdischen Turnerwelt. Berlin. J. T.-V. Bar Kochba. Schauturnenund 10. Stiftungsfest der Lehrlings-Abteilung am 20. November 1910. Mit dem Liede „Wohlan, laßt das Sinnen und Sorgen" marschierte eine stattliche Anzahl Lehrlinge in die Turnhalle ein, um nach einem figurenreichen Aufmarsch zu den Freiübungen Aufstellung zu nehmen. Die Freiübungen (den Schweizer Übungen sehr ähnlich) wurden trotz ihrer Schwierigkeit von allen mit größter Exaktheit ausgeführt. Waren es die Freiübungen, die den aufmerksamen Zuschauer den Wert gemeinsamer Übungen erkennen ließen, so gab das Geräteturnen mehr ein Bild individueller Leistung. Wir konnten wieder einmal zu unserer Freude feststellen, daß unsere Turner einen Vergleich mit den Turnern deutscher Vereine nicht zu scheuen brauchen. Mit dem Ungestüm der Jugend tummelten unsere Lehrlinge ihre Kraft und gaben dem Schauturnen ein frisches, lebensfrohes Gepräge, das seine Wirkung auf die zahlreich erschienenen Gäste nicht verfehlte. Unser Hauptturnwart Burin sprach in begeisternden Worten von unseren Zielen und gab einen Bericht über unsere Lehrlings-Abteilung, wie sie sich in den 10 Jahren ihres Bestehens bis zu ihrer heutigen Höhe entwickelt hat. Er forderte zu tatkräftiger Unterstützung dieser Abteilung au', die dem jüdischen Volke schon Hunderte aufrechter und selbstbewußter Menschen herangebildet habe. Aus der Fülle der turnerischen Leistungen sind die Riegenpyramiden an Reck, Barren, Bock und Sturmbrett zu erwähnen. Tauziehen und ein sehr interessantes (für die Zuschauer auch humoristisches) Hindernislaufen bildeten den Abschluß. Der Abend vereinte unsere Lehrlinge sowie alle Freunde und Günne.- unserer Abteilung zu einem Kommers, der äußerst stimmungsvoll verlief. Herr Referendar Exiner sprach in seiner Tendenzrede über die nationale Bedeutung des Turnens und ermahnte unsere jungen Juden, ihre Ideale hoch zu halten. Die weiteren Redner des Abends, aktive und passive Turnwarte der L.-A.» ehemalige und jetzige Lehrlinge, hoben die Bedeutung der geleisteten 10 jährigen Arbeit hervor und gelobten, auch fernerhin mit allen Kräften für unsere Bestrebungen einzutreten. Unser Hauptturnwart dankte im Namen des Vorstandes Herrn Georg Jacks für seine langjährige, aufopferungsvolle Tätigkeit, die für die Entwicklung der L.-A. von entscheidender Bedeutung gewesen ist. Leider mußten wir an diesem Abend von Herrn Jacks, unserem bewährten Mitkämpfer, Abschied nehmen, da er seinen Wohnsitz nach dem Harz verlegt. Unsere besten Wünsche begleiten ihn nach seinem neuen Wirkungskreise. Der weitere Verlauf des Abends bewies, daß es unsere Lehrlinge verstehen, mit Oeschick und Anstand Feste zu feiern. Auch die Gemütlichkeit kam zu ihrem Rechte. Eine zur Feier des Tages herausgegebene illustrierte Festschrift gab in ernsten und heiteren Worten Kunde von dem Leben und