Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 11 (11.1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 167 pflegt. Hahn gibt für seinen Start folgende Anweisungen: Der Läufer kniet hinter der Startlinie am Boden nieder und stützt die gespreizten Finger beider Hände, die etwa um Schulterbreite von einander entfernt sind, auf die Linie. Der Fuß des stärkeren Beines oder desjenigen, mit dem der Athlet abzuspringen pflegt wird der Linie zunächst aufgesetzt, und zwar in einer Entfernung, die ungefähr der Länge des Fußes gleichkommt. Das hintere Bein kniet auf dem Boden, und zwar so, daß das Knie neben der Mitte des vorn stehenden Fußes zu liegen kommt. Jetzt richtet sich der Läufer so auf, daß das Körpergewicht von den Armen und dem vorderen Bein getragen wird; der Körper wird nach vorn geschoben, und zwar so weit, daß er durch die Arrne gerade noch vorm Fallen bewahrt wird. Der Rücken ist leicht gekrümmt, so daß die Mitte des Rückens der höchste Punkt des Körpers ist. Der Kopf steht ungezwungen; keineswegs darf er stark in den Nacken gebogen werden. Ist der Körper so aufgerichtet und nach vorn gelegt, so muß sich das vordere Bein in einem Zustande von Spannung befinden, der es gestattet, ohne jede weitere Bewegung nach vorn oder hinten das Bein mit äußerster Kraft im Knie zu strecken und den Körper vorwärts zu schleudern. Ist dies nicht der Fall, so werden die Füße um soviel nach vorn oder hinten verschoben, bis der gewünschte Zustand erreicht ist. Jetzt erhebt sich der Läufer und kratzt mit den Nägeln seiner Rennschuhe an den Stellen, wo diese bisher gesessen haben, kleine Vertiefungen in den Boden, gerade groß Kenug, um den Zehen einen festen Halt zu gewähren. Die günstigste Ent- 'ernung dieser „Startlöcher" von der Ablauflinie muß ausgeprobt und dann ein für allemal beibehalten werden, damit der Läufer nicht bei jedem Rennen erst lange suchen muß, ehe er den richtigen Abstand findet. Der Start geschieht jetzt auf folgende Weise: wenn der Laufer vom Starter an seinen Platz gestellt worden ist, scharrt er sich seine Startlöcher aus, stellt die Zehen hinein, setzt sich dann auf das hintere Knie nieder und stützt die Hände auf den Boden. Wenn jetzt der Pfiff des Starters durch die Zielrichter beantwortet wird zum Zeichen, daß alles fertig ist, richtet sich der Läufer in der vorgeschriebenen Weise auf, und neigt sich so weit wie möglich nach vorn, so daß er bei der Frage des Starters: „Meine Herren, sind sie fertig?" mit voller Anspannung aller Muskeln und Nerven bereit zum Ablauf ist. Beim Kommando des Starters wird noch einmal tief eingeatmet, dann bis zum Schuß der Atem angehalten. Auf den Schuß beginnt sofort mit aller Kraft die Bewegung. Das vordere Bein wird scharf im Knie gestreckt und das hintere kräftig nach vorn und oben gerissen; die Arme schwingen in entgegengesetzter Bewegung wie die Beine, und zwar auch mit aller Kraft. Der erste Schritt darf nicht sehr lang sein, weil er sonst eine hemmende Wirkung ausübt; er soll nur zwei Fußlängen von der Start- 'inie an betragen. Die Hauptsache, ist, daß er so schnell wie möglich geschieht, um der Bewegung des Körpers außer dem Abstoß des Startbeins Möglichst bald einen neuen Impuls zu geben. Während der ersten fünf Schritte soll der Körper ziemlich tief geneigt bleiben und sich erst dann zu der vorgeschriebenen Haltung erheben; dadurch wird eine gute Anfangsgeschwindigkeit erzielt und der Windwiderstand auf das geringste Maß beschränkt. Die häufigsten Fehler, die beim Starten vorkommen, sind folgende: der Läufer steht mit den Füßen zu nähe an der Startlinie, infolgedessen ist der Rücken zu stark gekrümmt und das Oesäß zu sehr erhoben, so daß die ßeine nicht ihre größte Kraft zur Vorwärtsbewegung entfalten können. Vielmehr streckt sich beim Start der Rücken zuerst und richtet den Körper auf, xvas ja gerade vermieden werden «oll. Auch ist dann die Unterstützungsfläche,