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Jüdische Turnzeitung · 1910-11-01 · 11 (11.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
11 (11.1910)
Date
1910-11-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 11 165 nähme derjenigen, die sich in den großen Notensammlungen deutscher Volkslieder etc. finden. Alles in allem hoffen wir, daß unsere t-'reunde mit der Neuauflage recht zufrieden sein werden und daß sich das Liederbuch in allen Kreisen bald einbürgern, jüdische Geselligkeit fördern und der jungjüdischen Bewegung neue Anhänger zuiühren wird. 2. Vorturnerstunden. Erfolg oder Mißerfolg turnerischer Arbeit sind in den Leistungen der Vorturner begründet. Sie sind das Gerüst der Turnabteilung. Zwar ist es ungerecht, ihnen, wie es zumeist geschieht, die alleinige Schuld beizumessen, wenn der Betrieb nicht gedeiht; ist die Verwaltung unzureichend, so ist auch die Mühe des Vorturners vergebens. Aber er bildet diejenige Instanz des Vereins, mit der das neue Mitglied zuerst in Berührung tritt, an ihm liegt es, den Neuling zu beschäftigen und zu fesseln, in seine Hand ist es schließlich segeben, ob der junge Turner innerlich mit dem Vereinsgefüge verbunden wird, oder ob er, wie wir es so oft beobachten müssen, bald spurlos verschwindet. Schon im bürgerlichen Leben ist die Art der Menschenbehand- 'ung eine der schwierigsten und delikatesten Aufgaben, an der mancher gescheitert ist. Ueber welche Fähigkeiten muß da der Vorturner verfügen, um seines Ehrenamtes erfolgreich zu walten! Er soll nicht nur mit rechtem Maß und Geschick aus dem Lehrstoff schöpfen, er soll zugleich der wirksamste Agitator für unsere Bestrebungen sein. Um solche Eigenschaften zu erwerben, bedarf er steter Arbeit an sich selbst, und sein Verein ist verpflichtet, ihm die Möglichkeit zur Fortbildung zu geben, indem er Vorturnerstunden einrichtet. Allmonatlich sollten sich die Vorturner an einem neutralen Abend zu dieser wichtigen turnerischen Arbeit zusammenfinden. Nach einem von der Vorturnerschaft aufzustellenden Plan können die Vorturner selbst zur Erteilung von Lektionen herangezogen werden. In den meisten Fällen Uber- "immt aber der Turnwart die Leitung der Vorturnerstunde. Es gilt, in kurzer 2eit aus mehreren Gebieten des Turnens passend ausgewählte Gruppen duichzuturnen und nach dem Turnen ihren Uebungswert, ihre Zusammenstellung und ihre Darstellung durch die Vorturner in einer Besprechung zu beleuchten. Ordnungs-, Frei- und Geräteübungen sollen in gleichem Maße Berücksichtigung finden; so entsteht ein Spielraum, innerhalb dessen den notwendigen Uebungen in der Leitung von Abteilungen ein Platz zugewiesen Verden kann. Mit diesen sollte jede Vorturnerstunde schließen; dann hat der Vorturner die Möglichkeit, sich am besten turnerischen Material zum Turnwart auszubilden. Um die eigenen Fertigkeiten auszubauen, kann auch inergiebigen Küren unter prüfenden Augen das ersetzt werden, was die mühselige Unterweisung des regelmäßigen Turnabends entzieht Ein kurzes Referat wird anregend wirken und den Abend interessant gestalten, nament- 'ich, wenn es mit neuen Uebungen verbunden ist. Hier muß der Wettstreit der Vorturner einsetzen, hier ist das Forum, vor dem der Lernbeflissene ^eine Ideen entwickelt. Der Anleitung zum Hilfegeben am Gerät und dem

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