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Jüdische Turnzeitung · 1910-11-01 · 11 (11.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
11 (11.1910)
Date
1910-11-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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164 No. 11 Das neue „Jüdische Vereinsliederbuch" wird nun in wenigen Tagen im Verlag der Jüdischen Turnerschaft (Berlin. Alexanderstraße 39) erscheinen. Schon seit Jahresfrist ist das Büchlein vergriffen. Aus allen möglichen Orten, selbst aus fernen Ländern laufen ständig Vorbestellungen ein, ein Beweis für die Beliebtheit, deren sich unser Liederbuch erfreut. Die neue Auflage wird sich in wesentlichen Punkten von den ersten beiden Auflagen unterscheiden. Sie geht mehr in die Breite und Tiefe. Eine sehr erhebliche Vermehrung hat der Teil erfahren, der die Jargonlieder und die hebräischen Lieder enthält. Von letzteren sind besonders hervorzuheben die Lieder von Ben Jehuda(Idelsohn)-Jerusalem. Idelsohn hat für das hebräische Lied geradezu bahnbrechend gewirkt. Er hat zahlreiche Volksmelodien und Volkslieder gesammelt und gesichtet, auch eine große Reihe eigener, dem Volkston angepaßte Weisen geschaffen. Wie sehr seine verdienstvolle Arbeit anerkannt wird, beweist allein schon die Tatsache, dau er vom Hilfsverein der Deutschen Juden damit betraut wurde, ein von ihm komponiertes Schulliederbuch für die palästinensischen Schulen des H™s~ Vereins herauszugeben.— Auch die Jargonlieder sind, insbesondere dank den Bemühungen des Herrn Theodor Zlocisti, der sich überhaupt an der Redaktion des Liederbuchs mit dem größten Interesse, mit Sorgfalt und Geschick beteiligt hat, urr; über das Vierfache vermehrt worden. Es finden sicn darunter auch Lieder, welche geeignet sind, dem fidelen Teil unserer Kommerse ein jüdisches Gepräge zu verleihen. Die Lieder in deutscher Sprache haben, soweit sie jüdischen Inhalts sind, zwar auch eine Vermehrung erfahren, aber leider nicht in dem wünschenswerten Maße. Eine Bereicherung stelle vor allem einige neue Lieder von Emil Cohn dar, die sich insbesondere i den jüdischen Studentenverbindungen Deutschlands bereits eingebürger haben. Von den bewährten Schlagern der früheren Auflagen fehlt natürlic keiner. Einige besonders hübsche Lieder, denen die Vertonung bisher noc^ mangelte, haben in Herrn Jacob Beimel-Berlin den Schöpfer adäquater ^°m" Positionen gefunden. Da war vor allem das Lied, das Heinrich Grünau de „Wein von Jeruschalojim" gewidmet hat. Die Texte vieler Lieder haben ein wünschenswerte Verbesserung erfahren. Manche freilich waren unverbesselieh; wenn sie trotzdem Aufnahme fanden, so geschah dies wegen der oP - larität, deren sie sich, offenbar wegen der aus ihnen sprechenden Sut® Gesinnung, erfreuten. Daß gerade die Farben- und Bundeslieder viel unserer Vereine so wenig dichterische Kraft aufweisen, ist eine Tatsacn die wir schon in der ersten Auflage unseres Liederbüchleins und noch neu zu beklagen haben. Hier könnte doch unschwer ein Wandel eintreten. Von den deutschen Kneipen-, Turner-, Studenten- und Volksliedern haben wir einige wenige fortgelassen, die unseren Freunden in Oesterrei besonders mißfielen, dagegen, auf Veranlassung der um das Zustandekornrn unserer Neuauflage sehr bemühten jüdischen Studentenverbindungen Beir» eine sehr beträchtliche Menge neuer aufgenommen. Wir ließen uns da von dem Gedanken leiten, sämtlichen Liederbedürfnissen der Kneipe e gerecht zu werden, während bisher noch nebenbei die deutschen Komme bücher nötig waren. Die Noten zu unseren Liedern sind diesmal in einem separaten ApBan^ der in einigen Wochen erscheinen wird, zusammengefaßt worden. Es s schah dies deshalb, weil sonst der Preis des Liederbuchs wesentlich teu und das Liederbuch selbst unhandlicher geworden wäre. Der Notenanna wird sämtliche unseren Liedern eigene Kompositionen enthalten, mit

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