Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 10 (10.1910)
- Date
- 1910-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10 145 lypen der Schüler zu erwähnen. Weiter die Verschiedenheit ihrer Erziehung, was einem einheitlichen Unterricht hinderlich im Wege steht. Die u10^ Schwierigkeit aber bereitet der Mangel an geeigneten Lehrbüchern in hebräischer Sprache. Diesem Mangel kann erst nach und nach abgeholfen werden. Jeder Lehrer des Gymnasiums ist verpflichtet, den Lehrstoff seines Gebietes «lem pädagogischen Rat vorzulegen; dieser Stoff wird gesammelt, um später als Material für die Abfassung eines Lehrbuches zu dienen. Das erste Buch, das auf diese Weise entstanden ist, ist bereits im Druck; es ist das Arithmetikbuch des Dr. Rosenstein. Im letzten Jahre hatte das Gymnasium auch unter einem Mangel an Lehrern zu leiden, besonders in den Unterrichtsgegenständen Französisch und Türkisch. Jetzt ist diesem Mangel durch neue Kräfte nach Möglichkeit abgeholfen. Das Gymnasium zählt derzeit 17 Lehrer gegenüber 13 im Vorjahre. Die Leitung des Gymnasiums kommt dem Aufsichtsrat und dem pädagogischen Rat zu. Ersterer wird in der Generalversammlung des Vereins Qymnasiah Ibrith gewählt und hat die Leitung der äußeren Angelegenheiten und die Geldgebahrung unter sich. Die innere Führung der Schule obliegt dem pädagogischen Rat, dem alle Lehrer des Gymnasiums angehören. Um in den Schülern das Bewußtsein ihrer engen Zusammengehörigkeit zu stärken, sie untereinander zu verbinden und zu verbrüdern, mehr als es in den Stunden gemeinsamer Arbeit möglich ist, veranstaltete das Gymnasium auch im vergangenen Jahre Unterhaltuugsabende für die Schüler, Feste und Ausflüge. Die Unterhaltungsabende waren doppelter Art: es gab solche in französischer und arabischer Sprache, damit die Kinder sich an den Gebrauch der Sprachen gewöhnen; der überwiegende Teil dieser Abende wurde natürlich in hebräischer Sprache veranstaltet; die Schüler deklamierten, sangen und führten Theaterstücke auf; man konnte da sehen, wie sehr unsere Sprache im Munde und im Herzen der Schüler lebendig ist. feste wurden vom Gymnasium veranstaltet zu Chanukah im Hause, am 15. Schwat mit allen Schulen Jaffas gemeinsam im Freien auf dem Platz von Tel-Awiw; ferner feierten wir im Verein mit den andern Schulen den 50. Geburtstag Dr. Theodor Herzls und das Andenken des verstorbenen Schriftstellers M. L. Lilienblum. Besonderen Wert legten wir auch in diesem Jahre auf die Ausflüge. Abgesehen von dem Unterrichtswert der Ausflüge wird den Schülern durch sie eine lebendige Kenntnis des Landes und seiner Schönheiten vermittelt; die Geschichte des Volkes wird durcn den Anblick des Schauplatzes seiner Taten den Schülern anschaulicher und kommt dadurch ihrem Herzen näher; die Schüler werden in inniger Weise mit unserm Lande verbunden, die Liebe zu ihm wird in ihnen geweckt und gestärkt. — In diesem Jahre wurden folgende Ausflüge veranstaltet: 1. Chanukah-Ausflug nach Modaim; dieser Ausflug ist im Gymnasium bereits traditionell geworden. 2. Zweitägiger Ausflug nach Artut; die Schüler gingen zu Fuß durch Rischon, Wadi, Chanin, Rechoboth, Ekron und Chulda bis Artuf; von da kehrten sie mit der Bahn zurück. (In Artuf besitzt das Gymnasium 50 Dunam Land, gespendet von Herrn J. L. Ooldberg zur Schaffung einer Sommerfrische für Lehrer und Schüler.) 3. Ausflug zur Weinlese nach Rischon le Zion am 20. Tammus, dem Jahrzeitstag Herzls, der bereits aufhört, ein Trauertag im engeren Sinne zu sein und zu einem nationalen Gedenktag geworden ist; wir glaubten die Erinnerung an den Helden der Wiedergeburt nicht würdiger feiern zu können, als indem wir den Schülern die Wiedergeburt des Landes zeigten. 4. Ausflug fach Galiläa. Der Ausflug war schon lange geplant, scheiterte aber bisher