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Jüdische Turnzeitung · 1910-10-01 · 10 (10.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
10 (10.1910)
Date
1910-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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144 No. 10 Aus Anlass der Jubelfeier findet am Sonntag, den 20. November, nachmittags 4 Uhr, in der Turnhalle der Abteilung, II. Realschure, Weissenburger Strasse 4a, ein Schauturnen statt, an das sich abends 7 Uhr in Neumanns Festsälen, Rosenthaler Strasse 36, ein Festkommers schliesst. Alle ehemaligen Mitglieder der Lehrlingsabteilung sind zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen. Das Hebräische Gymnasium in Jaffa. «Bericht über das letzte Jahr.) Das wichtigste äußere Ereignis im Leben des Qymnasiums ist der Bau des neuen Gebäudes, das wir der Munifizenz unseres Freundes und Gönners, Herrn Jakob Moser, verdanken. An dem einen Ende von Tel-Awiw erbebt sich der Bau, die Herzlstraße mit seinem mächtigen Portal abschließen*, ein Wahrzeichen der neuen Siedelung, alles überragend. Es ist ein Werk des begabten Architekten Barsky, in einem ganz originellen Stil, mit Benutzung alter semitischer Motive gebaut. Innen ist er mit geräumigen, lichten, luftigen Sälen und mit breiten Wandelhallen ausgestattet; im ersten Stockwerk befindet sich die Aula des Gymnasiums, die auch für die Abhaltung von Versammlungen und Theatervorstellungen verwendet werden soll. Von einzelnen Zimmern genießt man einen entzückenden Blick auf das malerisch gelegene Jaffa und auf das Meer. An das Gebäude schließt sich ein großer Hof an, binnen kurzem wird auch ein botanischer Garten angelegt werden. Wir haben außer den Palästinensern Schüler aus Amerika, Australien. Südafrika, aus allen Teilen Rußlands, aus Rumänien und Portugal. Das, was die Schüler trotz all ihrer Verschiedenheiten einigt und untereinander verbindet, ist die Sprache — das Hebräische, und die Liebe zum Lande — zu Palästina. Mit dem Ende des fünftem Jahrgangs haben wir den mittleren Teil unseres Programms beendigt; wir bemühten uns, in den fünf ersten Klassen, denen drei Vorbereitungsklassen vorausgehen, den Schülern ein System von Kenntnissen zu vermitteln, das sie befähigt, in Palästina die kommerzielle Laufbahn einzuschlagen. Abgesehen von der hebräischen Sprache und den jüdischen Lehrfächern erhielten die Schüler Unterricht in den allgemeinen Lehrgegenständerl, wie Mathematik, Naturkunde, allgemeine und kommerzielle Geographie usw.; von Sprachen wurden Französisch, Deutsch, Arabisch und Türkisch, die für das kommerzielle Leben im Lande von Bedeutung sind, unterrichtet. Mit dem sechsten Jahrgang, der in diesem Jahr eröffnet wird, beginnen wir den oberen Teil unseres Programms. Dieser obere Kurs gliedert sich in eine humanistische und realistische Richtung, erstere entspricht in ihrem Programm dem europäischen Gymnasium, letztere der Realschule, nur ist überdies bei der Ausarbeitung des Lehrplans auf die speziellen Verhältnisse und Bedürfnisse des Landes Rücksicht genommen. Durch Beendigung einer dieser beiden Abteilungen soll den Schülern der Zugang zur Universität oder zum Polytechnikum ermöglicht werden. (Nebenbei sei erwähnt, daß ein Teil der Schüler beabsichtigt, nach Beendigung seiner Qynmasüilstudien in die Konstantinopeler Militärakademie einzutreten, um nach drei Jahren, mit der Ofhziercharge ausgestattet, aktiven Heeresdienst zu leisten)- Die Hindernisse, die ein jeder unserer Lehrer bei seiner Arbeit vorfindet, sind nicht zu unterschätzen. Da ist vor allem die Verschiedenheit der

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