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Jüdische Turnzeitung · 1910-10-01 · 10 (10.1910) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
10 (10.1910)
Date
1910-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 10 143 lungsalter überschritten und unterzogen sich den Übungen mehr aus Pflichtgefühl und Begeisterung für die Idee, als aus Turnlust und Lerneifer. Gute Turner musste man sich aus deutschen Vereinen erst herüberziehen, und sie wurden selten bei uns warm. Dieser Zustand musste beseitigt werden. Von frühauf jüdische Turner heranzubilden und ihnen unsere Ideale einzuflössen, war und ist unser Ziel. Ein Turner in des Wortes tiefster Bedeutung kann nur werden, wer den frischen Wagemut sorgloser Jugend auf den Turnboden bringt, Jahr um Jahr mit dem Verein wächst und in ihm vom Knaben zum Jüngling, vom Jüngling zum Manne wird. Wer erst am Ende seiner Reife zum Eisenstab greift und ins Glied tritt, den wird nie ein wahrhaft turnerischer Geist erfüllen, der wird stets ein halber Turner bleiben. Die Hoffnungen, die wir in die Lehrlingsabteilung setzten, haben sich in reichem Masse erfüllt. In dem abgelaufenen Dezennium sind viele Hunderte von Lehrlingen durch unsere Schule gegangen, und wenn die Früchte unserer Arbeit den Männerabteilungen auch nur zum Teil zugute kamen, wenn manch hoffnungsvoller Zögling später abfiel, so konnten wir doch Samenkörner weit in die Furchen der jugendlichen Herzen streuen. Es kamen schwankende Zeiten, in denen es unserer Abteilung von aussen her, selbst aus Kreisen, die infolge ihrer erzieherischen Tätigkeit unsere Arbeit hätten unterstützen müssen, redlich schwer gemacht wurde, aber die besten unserer Lehrlinge sind der Sache treu geblieben und noch heute, nachdem sie längst in die Reihen der Männerabteilungen eingetreten sind, mit Leib und Seele Bar Kochbaner. Mit Stolz sieht die Lehrlingsabteilung in ihren alten Jahrgängen die besten und eifrigsten Turner des Vereins, die auch leitende Stellen ausfüllen, und der gegenwärtige Mitgliederstamm befleissigt sich, es ihnen nachzutun. In keiner unserer neun Abteilungen ist das Leben und Treiben so herzerfrischend wie hier, und sieht man, mit welcher Begeisterung unsere Jungen turnen, wie sie sich tagelang auf den Turnabend freuen und alles mit Dankbarkeit aufnehmen, was man ihnen zeigt, so erscheint uns unser schweres Erziehungswerk leicht und tausendfältig belohnt, uns wird um unsere Zukunft nicht bange. Wünschen wir der Lehrlingsabteilung des. Bar Kochba zu Beginn ihres zweiten Jahrzehnts, dass sie wachse, blühe und - gedeihe!

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