Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 10 (10.1910)
- Date
- 1910-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4921092-5965118-5965309--2794-4925601- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
142 No. 10 lokalen Verhältnisse" so besonders eigenartig seien, daß eben nicht Aussicht bestünde, von vornherein einen national - jüdischen Verein zu konstituieren und durchzusetzen. Diese angebliche Eigenart der lokalen Verhältnisse besteht aber nur in der Einbildung. Tatsächlich ist die Situation in fast allen deutschen Städten im wesentlichen gleich. Es ist auch irrig, anzunehmen, daß im allgemeinen jüdischen Turnvereinen ohne ausgesprochen national-jüdischen Zweck mehr Sympathie von Seiten der sogen, maßgebenden Persönlichkeiten in der Kommune (denn das sind häufig die eigentlichen Widersacher unserer Bestrebungen) entgegengebracht wird, als einem offen Parbe bekennenden, sich national-jüdisch nennenden Verein. Wie das Beispiel Königsberg zeigt, ist der Stein des Anstoßes nur die Bezeichnung „jüdisch". Wenn ein Turnverein Concordia aus .luden bestünde, und zwar nicht auf Orund seiner Statuten, wohl aber auf Grund seiner Traditionen nur luden aufnähme, so würde ihm nicht das kleinste Härchen gekrümmt werden. Sobald er sich aber als jüdisch bezeichnet, dann wird mit allen Mitteln, deren sieh die sogenannten liberalen jüdischen Stadträte und Stadtverordneten bedienen zu dürfen glauben, die Gründung des jüdischen Turnvereins hintertrieben und ihm, was keinem anderen Vereine verwehrt wird, die Benutzung städtischer Turnhallen versagt. Derartigen Gegnern darf man keinerlei K <> n z c s s i »>» e " machen, schon aus prinzipiellen Gründen nicht, aber auch nicht aus praktischen (Minden, denn, wie gesagt, auch die nur jüdisch sich nennenden Vereine entgehen den Angriffen unserer h'eiude nicht. Während aber die offenkundig zu uns stehenden national-jüdischen Vereine nicht für sich allein stehen, sondern sich auf unseren immerhin doch in seinem Einfluß nicht zu unterschätzenden Verband stützen können, der ihnen in ideeller und materieller Hinsicht im falle der Not zur Seite steht, sind jene außerhalb unserer Organisation stehenden Vereine ganz auf sich angewiesen und fallen in sich zusammen, sobald einmal gegen sie schärfer vorgegangen wird. Zehn Jahre Lehrlingsabteilung des Bar Kochba-Berlin. In diesen Tagen kann die Lehrlingsabteilung des J. T. V. Bar Kochba in Berlin auf ein lOjähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Gründung fiel in die ersten Lebensjahre des Vereins; denn sehr bald hatte man die hervorragende Bedeutung eines geeigneten Nachwuchses für die Männerabteilungen erkannt. Ein nur aus Erwachsenen bestehender Verein wäre auf die Dauer nicht zu halten gewesen. Die Gründer und Förderer des Bar Kochba hatte zumeist erst die nationaljüdische Bewegung zum Turnen geführt, zum Teil bereits in gereiften Jahren; viele hatten das turnerische Entwick-