Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 9 (9.1910)
- Date
- 1910-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Ho. 9 124 Türmchen der anderen zu werfen, um sie zu zerstören. Nach jedem Fehlwurf kommt die andere Partei ans Spiel. Wer zuletzt noch ein oder mehrere Türmchen stehen hat, ist Sieger. Von den Laufspielen erinnert das lu'b el-'aqqal an den Anfang unseres Barlaufens. Zwei Parteien stehen einander in Reihen gegenüber; aus der einen begibt sich ein Spieler mit einer Peitsche (qurbatsch) zur anderen Partei, wo er seine Peitsche einem Knaben gibt, um rasch zurückzufliehen. Der Empfänger verfolgt ihn und kann ihn mit der Peitsche schlagen, wenn er ihn erreicht, bevor der Fliehende zu seiner Reihe angelangt ist. Hat er ihn geschlagen, so übergibt er ihm die Peitsche und eilt nun seinerseits zur eigenen Partei, während der erste Spieler ihn jagt und mit der Peitsche zu schlagen sucht. Sehr beliebt ist der der qird el-marbut (der Teufel an der Kette). Ei" Teil von 2 bis 3 Meter Länge wird an einen Baum gebunden, das ireie Ende einem Knaben in die Hand gegeben, der es nicht loslassen darf. Die Mitspieler tanzen um den Baum herum und nähern sich von hinten, um inm Schläge zu versetzen. Dieser hat sich oft zu wenden und darf mit dem Fuße nach ihm stoßen. Trifft er. so ist er erlöst und der Getroffene muß seinen Platz einnehmen. Bei festlicher Gelegenheit finden sich Reiter mit ihren Rennern ein. um sich in dem Glänze zu zeigen, der überall und namentlich unter den Arabern, den kühnen gewandten Tümmler eines edlen Pferdes umstrahlt. Auch nach Europa gedrungen ist der Ruhm des dabei gespielten d s c h e r i d, das bis in die hohe arabische Vergangenheit zurückreicht. Den Namen hat das Spiel von den entrindeten Stäben, mit denen die Reiter versehen sind. Die Spielregeln entsprechen genau denjenigen unseres Barlaufens. Man stellt sich in zwei Reihen auf; aus der einen reitet einer heraus vor die feindliche Reihe. Einer derselben stürzt sich auf ihn und verfolgt den nun Fliehenden, indem er ihn mit seinem dscherid zu treffen sucht. Er selbst wird aber wieder gejagt von einem Reiter der ersten Reihe, der seinen Standort später verlassen hat. So bietet sich ein prächtiges Schauspiel hin- und herwogenden Angreifens und Fliehens. Gelingt es, einen der Fliehenden mit dem scherid zu berühren, so ist dieser Gefangener und muß vor der feindlichen Reihe seitwärts Stellung nehmen, bis er von einem Reiter der eigenen Partei durch Erfassen der Hand befreit wird. Wie man sieht, besitzt die Karmelbevölkerung eine Menge erfrischender und die Gewandtheit fördernder Spiele, denen es auch nicht an wonlausgedachten Spielregeln fehlt. Mitteilungen des Ausschusses der Jüdischen Turnerschaft. Auf einen Angriff, den die „Kleine Presse"-Frankfurt a. M. anläßlich einer Besprechung des Delegiertentages der deutschen Zionisten ' gegen unsere Bestrebungen richtete, erwiderten wir der Redaktion des genannten Blattes Folgendes: „In dem „Der Zionismus" betitelten Aufsatz in Nr. 214 des Blattes befindet sich der Passus, daß die national-jüdische Turnerschaft „in gesellschaftlicher Beziehung eine Absonderung des Judentums von der Allgemeinheit der Staatsbürger" bezwecke. Diese Auffassung ist durchaus irrig, und ein auch nur ähnliches Programm der Jüdischen Turnerschaft wäre so absurd, daß man einem Verbände, der ernste Bestrebungen verfolgt, derartig kleinliche und verwerfliche Zwecke negativer Natur nicht zutrauen sollte. Die