Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 9 (9.1910)
- Date
- 1910-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 9 123 Knaben allein unterhalten sich mit den Marmeln (gull). Weniger Wufig sieht man auf dem Karmel das schon aus dem Altertum bekannte p!?.^e!spie' m't dem Astragalusknöchelchen der Schafe, dem man sonst in ^alästina oft begegnet. Sehr beliebt ist dagegen wieder der Kreisel iriirneul). Aeltere Jungen üben ihre Kräfte im Bockspringen. Schon größere Gewandtheit erfordert eine andere Spielart. Hierzu bildet man zwei "arteien; die eine bückt sich wie beim gewöhnlichen Bocksprung, die andere muß nun über sie wegspringen, dabei aber gleichzeitig einen Purzelbaum schlagen. Wenn einer der springenden Parteien keinen rechten Purzelbaum zustande bringt, muß die ganze Partei nun Bock stehen. Von den R e i t e r sp i e I e h ist folgendes sehr beliebt. Man trennt sich in zwei Parteien. Die eine Partei ist Pferd, die andere sitzt als Reiter darauf. Dabei wird ein Lederball (tabi) geworfen, den die Reiter auffangen sollen. Gelingt dies nicht, so müssen Reiter und Pferde ihre Rollen wechseln. Aehnlich ist das lubet taddchai. Auch hier finden sich zwei Parteien, tiner der Reiter (la'ibin) wirft die tabi stark auf den Boden; wenn sie wieder emporgeschnellt ist, suchen die Reiter sie in der Luft aufzufangen. Lassen sich die Reiter aber den Ball entgehen, so daß er von neuem zur Erde fällt, so kann er von einem der nazilin aufgehoben werden. Die Reiter springen rasch herunter und suchen das Weite. Wird von den Reitern einer vom Bai! getroffen, so haben sie verloren und müssen sich zum Neuoeginn des Spieles nun als Pferde hinstellen. Die beiden letzten Uebungen führen uns schon zu den Werfspielen, juer ist das bekannteste das lu'b et tabi, das Ballspiel, welches im Karmel besonderen Regeln unterliegt. Die Partei der la'ibin stellt sich in einer Reihe?/» •'llr geKeni"}er nimmt die Partei der nazalin in einer Entfernung von 20 bis 30 Meter Stellung. Von den nazalin befindet sich einer bei der Reihe der la'ibin, und ebenso von den la'ibin mehrere unter der Partei der nazalin. "er nazil bei der Reihe der la'ibin ergreift die tabi und wirft sie vor sich »eicht in die Höhe. Einer der la'ibin trifft nun mit einem breiten Holzstock den in der Luft schwebenden Ball so, daß er in hohem Bogen zur Gegenpartei »legt. Dort sucht ihn einer der nazilin mit der Hand aufzufangen. Hat er die tabi erhascht, so hat die Spielerpartei verloren. Auch wenn der zum Fang freite nazil sie zur Erde fallen ließ, darf er sie noch aufheben und auf einen?er neben ihm Stehenden von der Partei der la'ibin werfen, die natürlich die "«cht ergreifen. An schönen Wintertagen sieht man die heranwachsende männliche -Jugend sich vergnügen am Iu' el-menni (menni ist ein 20—25 cm langer jwlzstab). Nachdem jede Partei einen Anführer gewählt, schüttelt man einen Erdhaufen auf, in dessen Mitte eine Vertiefung angebracht wird. Zuerst 'eKt man die menni wagerecht über die Vertiefung; dann tritt die Partei der ta'ibin heran, während die nazilin sich in etwa 10 Meter Entfernung aufstellen. Der Anführer der la'ibin stößt mit einem Stock (qadib) die menni hoch und legt dann rasch seinen Stock in die Vertiefung. Wird der hochsreworfene Stock von den nazalin aufgefangen, so hat der Spieler verloren, j-r verliert ierner, falls einer der nazalin die menni, obschon er sie zu Boden •allen ließ, rasch ergreift, zurückwirft und den andern Stock trifft In den Fallen, wo der Spieler verliert, ist er vom ferneren Spiel ausgeschlossen, em anderer tritt an seine Stelle. Einfacher als die vorhergehenden Spiele ist die zur Erreichung größerer Ireffsicherheit im Werfen dienende qizi. Zwei Parteien stellen sich gegenüber auf; jede errichtet drei bis vier Seitentürmehen in einer Reihe. Die Spieler der einen Partei fangen der Reihe nach an, mit Steinchen nach den