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Jüdische Turnzeitung · 1910-09-01 · 9 (9.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
9 (9.1910)
Date
1910-09-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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No. 9 trinkens zu retten. Selbst der beste Gipfelturner kann es ihm liier nicht gleichtun, wenn er Nichtschwimmer ist. Nicht zu unterschätzen sind auch die Vorteile des Luft-, Licht- und Sonnenbades nach genossenem Schwimmbad. Welch hohe Bedeutung dem Schwimmen selbst bei der militärischen Ausbildung beigelegt wird, weiß jeder alte Soldat aus Erfahrung. Der Militärfiskus gibt große Summen für die Errichtung und Erhaltung von Schwimmanstalten aus. Auch für unsere jungen Turner, welche ihre Dienstzeit noch vor sich haben, ist es sehr wichtig, g"te ausdauernde Schwimmer zu sein, denn diese Fertigkeit sichert ihnen von vornherein einen Vorsprung vor ihren nicht schwimmkundigen Kameraden in mancher Beziehung. Ich empfehle daher in allen jüdischen Turnvereinen straff organisierte Schwimmabteilungen zu bilden, die mindestens einmal wöchentlich vollzählig zum Schwimmen antreten müssen. Wenn nicht anders durchführbar, eventl. auf Kosten einer versäumten Turnstunde. Auch würde ich nicht davor zurückschrecken, um zunächst einen straffen Betrieb einzuleiten und die Turner erst einmal an regelrechtes Ueben zu gewöhnen, für nicht genügend entschuldigtes Fernbleiben eine Geldstrafe zu verhängen, deren Erträgnisse dem Turnbetrieb in irgend einer Form zugute komme. Ist erst der einzelne Turner an regelmäßiges Erscheinen gewöhnt, bedari es solcher Erziehungsmittel nicht mehr. Es sollte mich freuen, wenn diese Anregung auf fruchtbaren Boden fallen würde, so daß wir schon nach einiger Zeit auch in dieser Beziehung Erfreuliches aus unseren Verbandsvereinen hören. Hamburg, den 4. September 1910. Leop. Abraham. Jugendspiele der Karmelbevölkerung. Von Dr. E. Oraf von Mülinen.*) Die Lust am Spiel wohnt dem Menschen in allen Lebensaltern inne; ihre Ausübung, bei dem Kinde einfach und harmlos, wird bei den Erwachsenen zunehmend kompliziert und entspricht dem Bedürfnis nach einer Steigerung des Nervenreizes. Die Ordnung des uns vorliegenden Stoffes schließt sich am naturgemäßesten dieser Stufenfolge an. Die Kleinsten, die kaum noch gehen können, beschäftigen sich sitzend mit dem Galat. kleinen Steinwürfeln. Gern werfen sie dieselben auf, um sie beim Falle mit der Hand wieder zu fangen. Bei größerer Gewandtheit gilt es, mit der einen Hand den Gal zu werfen und einen zweiten zu ergreifen, so lange der erste noch in der Luft schwebt. Später wird daraus das Jonglieren. Größere Mädchen ergeben sich dem Ringeltanz, der däbki (wörtlich Stampfen). Beliebt ist das Ringleinspiel (chwgtmi); man bildet einen Kreis, eines der Mädchen versteckt in der Hand einen Fingerring, den das in der Mitte stehende Mädchen finden muß. Schon bei diesem Spiel werden die Rollen durch einen Auszählreim bestimmt. — Regelmäßig leitet dieser die Bewegungsspiele ein, an denen Knaben und Mädchen gemeinsam teilnehmen. In erster Linie steht hier, wie in Europa, das „Verstecken". •) Mit freundl. Erlaubnis des Herrn Dr. Orothe, Herausgebers der B*j*j$jf zur Kenntnis des Orients, auszugsweise entnommen dem Bd. VII dieser Beitrag

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