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Jüdische Turnzeitung · 1910-09-01 · 9 (9.1910) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
9 (9.1910)
Date
1910-09-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 9 121 Bei uns wurde bereits in diesem Jahre ein hebräisches Kommandobuch gedruckt, das in kurzer Zeit in verbesserter Auflage erscheinen wird. Hoffentlich schließen sich dann alle jüdisch-nationalen Vereine der Jüdischen Turnerschaft unserem Beispiele an und werden das hebräische Kommando obligatorisch zur Geltung bringen, wie es bei uns der Fall ist. Um den Besuch, den uns die Makkabäer vor zwei Jahren gemacht haben, zu erwidern, entstandten wir, anläßlich der Jahreskonferenz der bulgarischen Zionisten, bei welcher Gelegenheit sich sämtliche jüdische Turnvereine zu einem großen Schauturnen zu versammeln pflegen, eine aus 29 Mitgliedern bestehende Delegation unter der Leitung des Turnlehrers Herrn Hirsch nach Warna. Sie erregte durch ihr strammes Turnen und ihre Musterdisziplin großes Aufsehen und vertrat uns überhaupt sehr würdig •). Die Turnbewegung unter den Juden der Türkei hat also eigentlich erst in den Jahren 1909/-10 ihren Anfang gemacht. Diese zwei Jahre werden überhaupt als hochbedeutsam in der Geschichte der jüdischen Turnerei bezeichnet werden müssen. Albert Ziffer, Konstantinopel. Schwimmen.*** In unserem Blatte ist noch selten von diesem schönen volkstümlichen Sport die Rede gewesen. Auch scheint es mir, als ob in den jüdischen Turnvereinen noch nicht mit genügender Liebe und Sorgfalt an diese Sache herangetreten wird. Es existiert wohl in einigen Vereinen eine lose organisierte Schwimmabteilung, deren Bestand lediglich nur von einigen guten -chwimmern, die sich zu irgendeiner bestimmten Zeit im Freibad oder in der Schwimmhalle treffen, abhängt. Meines Erachtens ist dem Schwimmen innerhalb der jüdischen Turnvereine eine weit größere Beachtung zu schenken, da dieser schöne natürliche Sport wie kein anderer im günstigsten Sinne auf die Entwicklung, Gesundung und Erholung des Körpers w irkt. Ist es an und für sich schon ein Gewinn, daß der Körper °eim Schwimmen von keinerlei Kleidung, wie dies beim Turnen und anderer sportlicher Betätigung nicht zu umgehen ist, beengt wird, so fallen auch alle die Nachteile fort, die, wie Staub, schlechte Luft usw., beim Turnen in geschlossenen Hallen leider nicht zu umgehen sind. Auch der wenig geübte Turner kann sich hier besser ausleben als in der Turnhalle, da er schon nach einigen Wochen fleißigen Uebens unter fachkundiger Leitung in der Lage ist, sicher zu schwimmen. Dazu kommt noch, daß beim Schwimmen Mut und Entschlossenheit durch Springen, Tauchen etc. gefördert werden, was wieder dem übrigen Turnbetriebe zugute kommt. Auch gewährt es dem guten Schwimmer eine Genugtuung zu wissen, daß er jederzeit, falls er dazu in die Lage kommen sollte, imstande ist, einen Menschen vom Tode des Er- *) Auf der Sitzung der Turnvereinsdelegierten sollen nach einer von anderer oeite uns zugegangenen Mitteilung die bulgarischen Turnvereine beschlossen haben, Mitglieder der Jüdischen Turnerschaft zu werden. Bis heute sind jedoch unserem Verband keinerlei offizielle Nachrichten über diesen außerordentlich erfreulichen Beschluß zugegangen. Die Redaktion. **) Wir schließen uns den obigen Anregungen des Verfassers von Herzen an und hoffen, daß auch der bevorstehende Herbst und Winter unsere Freunde nicht abschrecken wird, den Vorschlag zu realisieren. Sind doch in den größeren btädten die Schwimmhallen auch den Winter hindurch geöffnet. D. Red.

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