Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1910-09-01 · 9 (9.1910) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
9 (9.1910)
Date
1910-09-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4921092-5965118-5965308--2767-4925575
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

120 No. 9 Ausnahme der Sektion Sirkedji, die bis auf weiteres in abgesonderter Abteilung in unserer Turnhalle turnt. Die vorhandenen Turnwarte und Vorturner wurden wie folgt eingestellt: Maskeuy und Pera: Herr Turnlehrer Hirsch von Bar Kochba-ßerlin, die Jugend-Abteilung vonBalat mit inbegriffen; Balat: Herr Heinrich Abraham; Ortakeuy: Herr J. Barzilay; Sirkedji: Herr R. Devidas, und Kuskundjuk: Der Unterzeichnete. Herr Turnwart L. Varber leitet mit Herrn Hirsch gemeinschaftlich die Sektion Pera. Das Schulturnen in drei Schulen leitet ebenfalls Herr Hirsch. Um in die ganze Organisation neues Leben hineinzubringen, beschloß die Vorturnerschaft ein ebenso großes Schauturnen, wie das vorjährige mit den Makkabäern aus Bulgarien in Haskeuy, unter der Leitung des Hauptturnwarts Herrn Albert Ziffer, zu veranstalten. Das Los fiel auf die Vorstadt Balat, und zwar für den letzten Tag Pessah. Dieses Fest, an welchem sich ausschließlich Konstantinopler Turner beteiligten, wurde von mehr als 3000 Menschen besucht und hatte einen ziemlich guten materiellen Erfolg. Der Reingewinn, fast 700 Francs, wurde dem nachher gegründeten Zentralvorstand als Gründungskapita! Ubergeben. Herr Hirsch, unser geehrter Turnlehrer, berichtete*) zwar über das Pessahfest, wobei sich fast 180 Turner beteiligten, stellte aber dabei, ohne die Verhältnisse, unter denen das Schauturnen zustande gekommen war, näher zu kennen, das Ganze vom technischen Standpunkte aus in ein etwas zu dunkles Licht. Es hat uns aber trotzdem gefreut, einmal eine aufrichtige Kritik vernommen zu haben. Die Frucht dieses Festes war u. a., daß sich in Smyrna (mit einem italienischen Turnwart), Saloniki und Kairo Makkabi-Vereine gründeten, die unsere Statuten als Basis haben. Diese Vereine haben bis heute jedoch noch keine Delegierten in unseren vorerwähnten Zentralvorstand entsendet. Der Zentralvorstand besteht"*) aus Delegierten der 6 Sektionen und zählt an 16 Mitglieder. Auch in Adrianopel hat sich ein Turnverein gegründet, welcher den Namen „Qibor" trägt. Wir hoffen ihn aber baldigst in „Makkabi" umzutaufen und ihn unserer Organisation einverleiben. Außerdem wurde in diesem Jahre das Turnen in der Or-Thora- und der Achrida-Schule in Oalata und Balat — beide Schulen gehören dem Hilfsverein der deutschen Juden — eingeführt. Hier will ich noch hervorheben, daß das Schulturnen in diesen drei Institutionen auf unsere Veranlassung eingeführt wurde. Bisher war das Turnen in den Stundenplänen der betreffenden Schulen nämlich nicht vorgesehen. Wir wirken auch dahin, daß die Allianz Turnlehrer hierher senden soll, um den Schülern Turnunterricht zuteil werden zu lassen. Auch in Palästina, dem Land unserer Sehnsucht, macht das Turnen ziemlich gute Fortschritte. In Jaffa besteht bereits ein gutgehender Turnverein, in dem auch auf das Schulturnen viel Gewicht gelegt wird. Jerusalem bleibt auch nicht zurück. Wenn dort vorläufig noch kein Verein existiert, so wird auf den Turnunterricht wenigstens in den jüdischen Schulen sehr geachtet. Bedauerlicherweise ist in den Lämmelschulen die Kommandosprache, wie ich erfahren habe, deutsch. Es wundert mich das sehr, aber Ich will hoffen, daß wir in kurzer Zeit erfahren werden, daß die Kommandosprache auch dort hebräisch sein wird. *) In No. 5/6 dieses Jahrganges. **) Vorsitzender des Zentralvorstandes ist Herr Abramowitz, dessen Stellvertreter Herr Heinrich Abraham, Hauptturnwart Herr Julius Hirsch, dessen Steilvertreter Herr Ziffer.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.