Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 7/8 (7.1910)
- Date
- 1910-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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110 No. 7/8 bedeutendste Organisation der iüdisch-ottomanischen Jugend beginnt, auch im öffentlichen Leben eine große und heilsame Rolle zu spielen. Die Generalversammlung vom 15. Juni hat zu einer Reform der inneren Gestaltung des Vereins geführt. Die turnerisch autonomen, aber unter straffer gemeinsamer Leitung arbeitenden Sektionen in den Vororten und dem Zentrum der Stadt haben ihre eigenen Vorstände, bestehend aus je acht Personen, erhalten, die je drei ihrer Vorstandsmitglieder in den Zentralvorstand delegieren. Zum Präsidenten des Zentralvorstandes ist unter einmütigem Jubel Herr Abramowitz gewählt worden, von dessen kraftvollem und umsichtigen Wirken noch viel Großes erwartet wird. Stettin. J.T.V. Am 30. Juli fand unsere Generalversammlung statt, zu der sich unsere aktiven Turner sowie unser geschätzter Zaungast, Herr Jacob, zahlreich eingefunden hatten. Die Damenriege glänzte mit einer Ausnahme durch Abwesenheit. Der Vorsitzende gab zunächst einen kurzen Rechenschaftsbericht, der sich über die Zeit seit dem letzten Turntage bis jetzt erstreckt. Nach dem letzten Turntage fand die Neukonstituierung unseres Vereins statt, der bald eine kräftige Aufwärtsentwickelung folgte. Zu erwähnen ist hier unsere Beteiligung am Hamburger Schauturnen mit neun Mann, die uns durch weitgehendes finanzielles Entgegenkommen des Hamburger Komitees ermöglicht wurde, sodann unser Stiftungsfest im Januar, an dem sich unsere Berliner Turnbrüder hilfreich beteiligten. Der Turnbetrieb, der sich im Winter zunächst unter Leitung von Herrn Bütow, nach dessen Weggange unter der des Herrn Böhm quantitativ wie qualitativ befriedigend anließ, stand im Sommer unter dem Zeichen des Krebses und der Hitze. Außer den regelmäßigen Turnstunden wurde im Sommer gespielt und geschwommen, von den Damen, die das Turnen wieder eingestellt hatten — Qott bessere es — Tennis gespielt. Der Turnbesuch der Männerabteilung, der im Winter auf durchschnittlich 20 Mann gestiegen war, sank im Sommer bis auf 9 bis 10 Mann herab, wenn auch nicht so wie bei unserer Konkurrenz, der Turnriege des Jugendbundes, unter den Gefrierpunkt. Unser bewährter Kassenwart, Herr Moses, gab den Kassenbericht, der sich, dank seiner Balanzierungsgeschicklichkeit, recht nett anließ. Aus dem Gröbsten sind wir heraus — auf wie lange, wissen wir freilich nicht, und an Begleichung unseres Kontos bei der Turnerschaft ist noch lange nicht zu denken. Im Winter soll wieder in eine kräftige Agitation eingetreten werden. Insbesondere soll wieder einmal versucht werden, eine Damenriege einzurichten, die Abends turnt, quod di bene vertant. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Referendar Greifenhagen; 2. Vorsitzender: Herr Julius Rattner; 1. Turnwart: H. Böhm; 2. Turnwart und Kassenwart: H. .Moses; 1. Schriftführer: H. Gotha; 2. Schriftführer: H. Gutmann; Revisoren: H. Jacob und Herr Ref. Ascher. Als Leiterinnen der uns angegliederten Damen-Abteilung sollen die Damen Frl. Hanff und Frl. Joachim vorstehen. Nach unserer Generalversammlung hatten wir noch einen erfreulichen Zuwachs zu verzeichnen. Herr Zahnarzt Heim, ein neues Mitglied unseres Vereins, stellte uns seine Samaritertätigkeit inklusive Verbandskasten f«r etwa vorkommende Fälle zur Verfügung. Mit dieser frohen Aussicht «eben wir der Zukunft entgegen. Stettin. J.T.V. Einen schweren Verlust hat unser Verein zu überwinden. Unser bisheriger 1. Turnwart, Herr Böhm, verläßt uns, um seine Zelte in Berlin aufzuschlagen. Herr Böhm hat es in kurzer Zeit verstanden,