Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 7/8 (7.1910)
- Date
- 1910-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7'8 109 nennen ist. Seit der Verwandlung des ehemals deutschen in einen jüdischnationalen Verein, hat er einen unerhörten Aufschwung genommen. Vor Jahresfrist bestand nur die Abteilung Pera mit 234 Mitgliedern (die Jugend- und Mädchenriege inbegriffen). Heute zählt die Sektion Pera 360 Mitglieder, und neue Sektionen in Hasköj, Ortaköj, Balat und Sirkadschi, deren noch über 200, so daß man einer Qesamtziffer von 600 Mitgliedern nahekommt. Außerdem erteilt der Turnverein noch regelmäßiges Schulturnen den Kindern der „Or-Torah-Schule" des Hilfsvereins und der „Deutsch-jüdischen Vereinsschule". Die Wirksamkeit des „Makkabi" ist also schon eine wirklich weitreichende zu nennen, und tagtäglich dehnt sie ihre Kreise weiter hinaus. Neben der körperlichen Ausbildung seiner Mitglieder verfolgt der »Makkabi" aber auch noch das Bestreben der geistigen Hebung durch die nationale Erziehung. Diesem Zweck« diente die stattliche Reihe von Vorlägen, die veranstaltet wurden. Es sprachen am 3. Oktober 1909 Nahum Sokolow hebräisch und Wladimir Jabotinsky über die Aufgaben und Aussichten der ottomanischen Juden, am 9. November 1909 Dr. Auerbach über ..Moses", am 16. November 1909 Moritz J. Cohen über „Sephardim des Orients", am 23. November Dr. Markus über „Die charakteristischen Prinzipien der jüdischen Geschichte", am 23. Dezember 1909 Moritz J. Cohen öber „Die Marannen", am 30. Dezember Dr. Auerbach über „Die Juden als Rasse", am 16. Januar 1910 W. Jabotinsky über „Chaim N. Bialik und die moderne hebräische Poesie", am 1. Februar 1910 Dr. Kohan-Bernstein über »Die ökonomische und kulturelle Lage in Palästina". Marksteine in der Entwicklung des Vereins wurden die vom 31. Juli "'s 1. August in Gemeinschaft mit den bulgarischen Turnergruppen veranstalteten großen Schauturnen in Hasköi, Haidar-Pascha und Pankaldi, das Turnen zum Besten der Verunglückten von Adana auf dem Galafest im Jildis, das Turnen auf dem Fest des Klubs von Ortaköj unter dem Patronat des Prinzen Zioeddin Effendi, sowie besonders das Pessach-Schauturnen in Balat. Ein außerordentlicher Erfolg war auch die große Chanuka-Veranstaltung, auf der das Drama „die Makkabäer" zur Aufführung gelangte. Im Sommer veranstalte der Verein eine Reihe von Ausflügen. Die außerordentliche Aktivität des Vereins wandte ihm das Interesse K'oßer jüdischer Organisationen zu, die ihm schließlich zu Hilfe kamen, um das sich rapid ausbreitende Werk zu fördern. So ermöglichten das monistische Aktionskomitee in Köln, das Komitee der Chowewe-Zion in Odessa und der Hilfsverein der deutschen Juden in Berlin durch Jahressubventionen von je 800 Frcs. dem „Makkabi" die Anstellung eines eigenen 'urnlehrers, der bereits vortreffliche Arbeit leistet und binnen kurzem auch nach Palästina gehen wird, um dort das Turnwerk zu fördern. Nunmehr hat sich der „Makkabi" ein neues großes Ziel gesetzt, nämlich der unleidlichen Sprachverwirrung, die den Gang der Arbeit empfindlich stort, im Sinne seines Hauptzwecks, der Förderung des national-jüdischen Gedankens, ein Ende zu machen. Das soll durch obligatorische Einführung «er hebräischen Sprache in seinen Reihen geschehen. Seit zwei Monaten bereits wird der Turnunterricht in hebräischer Sprache erteilt, jetzt aber sollen obligatorische Kurse für alle Mitglieder geschaffen werden. Dazu ist Anstellung eines oder zweier hebräischer Lehrer erforderlich, und der orstand hat bereits die Herbeischaffung der bedeutenden hierzu notwen- 'gen Mittel in die Hand genommen. Er hat einen Aufruf erlassen, der öffentlich auch draußen von allen, die den Fortschritt unserer nationalen öacne herbeisehnen, gehört werden wird. Schreitet der „Makkabi" im kommenden Jahre in der gleichen Weise °rt wie im abgelaufenen, so werden wir es bald erleben, daß er als