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Jüdische Turnzeitung · 1910-07-01 · 7/8 (7.1910) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
7/8 (7.1910)
Date
1910-07-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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102 No. 7/8 Der Kopf ist in den Nacken geworfen und wird in dieser Haltung unruhig nach den Seiten gedreht; der Haltung des Kopfes folgend ist der Oberkörper bei stark ausgehöhltem Kreuz entweder senkrecht gestellt oder gar zurückgebeugt. Die Arme, im rechten oder gar spitzen Winkel im Ellenbogengelenk gebeugt, schwingen vor der Brust aHf und ab, so daß die" Fäuste bis zur Gesichtshöhe erhoben sind. Wegen der starken Biegung im KreHZ können die Beine im Knie nicht ganznach hinten ausgestreckt werden, so daß die Streckmuskeln nicht mit ihrer ganzen Kraft in Wirksamkeit treten. Da die Bauchmuskeln durch die Rückwärtsbewegung des Oberkörpers überdehnt werden, kommen auch sie nicht zu voller Kraftentfaltung; infolgedessen werden die Knie nicht bis zur wagerechten Haltung hochgehoben und die volle Schrittlänge kommt nicht zur Geltung. Diese Haltung ist beim 100 m-Rennen sehr häufig auf dem letzten Drittel der Strecke zu beobachten, weil da die Schnelligkeit am größten, infolgedessen auch der Luftwiderstand am stärksten ist und die bei den meisten Leuten int Verhältnis zat übrigen Muskulatur schwachen Bauchmuskeln nicht mehr die Kraft haben, dem Oberkörper die nötige Vorwärtsneigung, zu erhalten. Die vorher beschriebene Art ist die Form der Körperbewegung, wie sie ein guter Läufer etwa auf neun Zehntel der Rennstrecke beibehält; während des ersten Zehntels ist sie eine etwas andere. Die Haltung bei diesem ersten Teil wird nämlich durch die Art und Weise des Abtaufs bedingt, durch den Start. (Fortsetzung folgt.) Sportliches. Die Jüdisch« Ruderbewegung hat in Berlin zu Beginn des zweiten Jahres ihres Bestehens einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen. Die im Winter betriebenen Bassinruderübungen sowie die in diesem Jahr besonders günstige Witterung haben die Ausbildung der Mannschaften mächtig gefördert. Allein in der Zeit von Jahresbeginn bis Ostern wurden an acht Sonntagen Tagestouren — meist sogar in mehreren Bootetr unternommen und zu Ostern konnten wir mehrtägige Wanderfahrten nacn Teupitz und den Storkower Gewässern ins Fahrtenbuch verzeichnen. Zeitig hat der regelmäßige Sommerbetrieb eingesetzt. Die Uebungsabende finden am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 6—10 Uhr am Donnerstag schließt sich die Woehensitzung in der „Taverne" zu G'jjjjf" den Uebungen an. An den Sonntagen gehen unsere Boote schon am fr""*" Morgen zu Wanderfahrten hinaus. Die frische Morgenluft schadet unseren abgehärteten Ruderern nichts, sie macht ihnen vielmehr das „Ziehen* tum zum größeren Genuß. Man kommt in solchen mit vier oder sechs Leu» bemannten schlanken Booten schnell vorwärts und so grüßen uns bald«j waldumsäumten Ufer des Crossin- oder Müggelsees. Hier werdendie "M* ans Land gezogen und auf mitgebrachten Decken oder im Sande räkeln unsere Jungen wohlig im Sonnenschein. Naeh einem spannenden *v~"'^ schwimmen geht es ans Abkochen des Mittagbrotes, dessen Güte?|we}r verdiente Würdigung findet. Ein süßer Nachmittagsschlummer f^CBr,agn Lebensgeister auf, die sich in allerhand losen Streiches betätigen zu mß*?" glauben. Die unerbittliche Zeit aber schreitet vorwärts und Bötigt zum. stellen der athletischen Wettkämpfe, die inzwischen eingesetzt naben*t^It abendliche Heimfahrt dünkt nach einem in der freien Natur verb!:8 dje Tage noch viel schöner als die Ausfahrt. Nach der Heimkehr ^den Boote flink gereinigt, um nur recht bald an den Berg belegter StuHen

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