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Jüdische Turnzeitung · 1910-07-01 · 7/8 (7.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
7/8 (7.1910)
Date
1910-07-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 7/8 95 der an ein jüdisches „Volk" glaubt, will dich überreden, mit einem Zionisten zusammen zu turnen! Der Antisemitismus soll euch verbinden, denn sonst könntet ihr ja beide in einem deutschen Turnverein turnen! Merkwürdig, was man für Bocksprünge machen muss, um von einem waschechten nationaljüdischen Bekenntnisse bis zur Leugnung desselben als „störende Nebenarbeit" zu kommen. Das Ende soll die „grosse, aussichtsreiche, wahrhaft allgemeine „jüdische Turnbewegung" für Orthodoxe und Liberale, für Zionisten und „Staatsbürger jüdischen Glaubens" bilden. Der Verfasser stellt nicht mit Unrecht einen Gegensatz zwischen einem Nationaljuden und einem Assimilanten auf und kommt danach zu der auch früher von manchem unter uns geteilten irrigen Ansicht, dass man alle Schattierungen in den Rahmen jüdischer Volksbestrebungen ohne weiteres einspannen kann. Ein bewusster Assimilant, der nur „jüdischen Glaubens" ist, hat gar kein Interesse an einem besonderen jüdischen Volkskörper. Er reflektiert für sich und seine Nachkommen auf einen deutschen Körper. Der jüdische Leib ist ihm Hekuba im wahren Sinne des Wortes, alt, hässlich, krumm. Und er, der das Wort „deutsch" mit so grossen Buchstaben schreibt, dass in ihnen jüdische Abstammung, jüdische Eigenart, jüdisches Wesen völlig verblassen — er soll zu einer jüdischen Volkssache bereit sein, zu der in erster Linie ein jüdischer Volkswille vorhanden sein muss. Die Geschichte der Jüdischen Turnerschaft und der wenigen ausserhalb des Verbandes stehenden Vereine hat schon jetzt bewiesen, dass nur das Band gemeinsamer Abstammung und der feste Wille das Judentum auf dieser Grundlage zu erhalten, also unsere im § 1 unseres Statuts niedergelegte nationaljüdische Tendenz imstande ist, eine grosse jüdische Turnsache zu schaffen. Die Idee an der Regeneration der gesamten Judenbeit mitzuarbeiten, hat uns über alle Schwierigkeiten hinweggeholfen. Die Vereine ^Jt der allgemeinen Tendenz sind Erzeugnisse des Augenblicks, Produkte reiner Abwehr gegen den Antisemitismus, oder auch Sammelplätze missvergnügter und furchtsamer Elemente, die sich v°r dem offenen Bekenntnis zum Stammesjudentum scheuen und glauben, dass ein schwacher Leib grösser und widerstandsfähiger w|rd, wenn man ihm einen recht weiten Mantel umhängt. Den Kitt bildet einzig und allein unsere nationaljüdische Sache, sie erwartet Begeisterung, sie zeigt ein festes Ziel. Bleibt die Tendenz ausgeschaltet, so ist der Turnverein ein Kartenhaus. Das ist nicht

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