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Jüdische Turnzeitung · 1910-03-01 · 3/4 (3.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
3/4 (3.1910)
Date
1910-03-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 3 4 51 eigentlich erfolgreich und zu einem starken Erlebnis, das noch lange in der Erinnerung des Läufers fortlebt, ihn stolzer, freier und selbstbewußter macht. Wer etwa im letzten Drittel eines Mittelstreckenlaufes gegen die Versuchung anzukämpfen hat, das Rennen in matter Resignation aufzugeben, und gerade aus diesem Kampfe neue Willenskräfte für das Finish zieht, der wird merken, daß es doch ein wenig mehr ist, als die „rohe Kraft", was im sportlichen Wettkampf den Erfolg verbürgt. Oder wenn etwa beim Sprungtraining nach unzähligen Versuchen endlich der Erfolg das willensstarke Ringen nach einem einmal gesteckten sportlichen Ziele lohnt. Dann wird der Sportsman aus seiner Übung für die Praxis des täglichen Lebens lernen können und es auch hier an der erfolgverheißenden Fähigkeit nicht fehlen lassen. Der unbeugsame Wille ist nicht nur die Vorbedingung eines jeden erfolgreichen Trainings, sondern er allein verbürgt auch jenen sportlichen Geist, der die Überlegenheit des Besseren rückhaltlos anerkennt. Denn wer sich bei jedem Kampfe bewußt ist, sein Bestes an die Vorbereitungen gesetzt zu haben, der wird eine Niederlage mit weit größerem Gleichmut aufnehmen, als ein Sportsmann, dessen vermeintliche Chancen im Vorhinein nur auf echt optimistisch erhoffte Zufälle beruhte. Er wird sich mit dem Worte Horaz' trösten: „Starkes Wollen genügt!" Fritz Abraham. Die Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden 1911. Die Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden wird sich auch in einer ihrer Abteilungen mit der Hygiene der Juden beschäftigen. Die Leitung dieser Abteilung hat Herr Dr. Max Orunwald übernommen. Wie wir a"s dem „Frankfurter Israelitischen Familienblatt" erfahren, wird die Ausstellung neben einer übersieht der hygienischen Gebote und Verbote des jüdischen Schrifttums auch die jüdische Wohlfahrtspflege der Neuzeit eine wissenschaftliche Bewertung der jüdischen Ritualien, wie die Beschneidung, die Speisegesetze, das Schächten u. a. m. bringen. Leider vermissen wir in dieser Aufstellung einige sehr wichtige Punkte. Wenn wir auch mit Stolz auf die Gesundheitsvorschriften unserer Ahnen hinweisen können, so sollen wir dennoch nicht vor einer Schaustellung der traurigen hygienischen Zustände bei den Juden Osteuropas zurückschrecken. Nur wenn wir alle unsere Blößen schonungslos aufdecken, werden wir die richtigen Wege der Abhilfe finden. Wenn es auch hier größtenteils Fragen sozialer und wirtschaftlicher Natur s'nd, die durch eine Ausstellung nicht gehoben oder gebessert werden können, so würde doch schon die Kenntnis der traurigen Lage der Juden, die durch die Ausstellung unbedingt verbreitet werden würde, die Mittel und Wege der Besserung oder Linderung weisen. Sie würde wieder einmal das europäische, v»r allem aber das jüdische Gewissen aufrütteln, den unglückseligen Zuständen der osteuropäischen Judenheit, so weit es möglich ist, abzuhelfen.

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