Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 3/4 (3.1910)
- Date
- 1910-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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50 No. 3/4 ein; die vorgelegten Statuten wurden im Prinzip genehmigt und in den Vorstand wurden gewählt Dr. Tuch als 1. Vorsitzender, Dr. Weigert als 2. Vorsitzender, Abraham Zadek, Leßmann, Werner (Österreich), Karlsberg, Frl. Buchard und Frl. L. Hecker gewählt. Das Turnen der Damenal teilung, deren Leitung Frl. Frieda ßurchard übernommen hat, beginnt schon am 6. April in der neuerbauten Turnhalle des Eimsbütteler Turnvereins. Die Verhandlungen wegen Überlassung einer Turnhalle für die Männerabteiluhg dürften bald zu einem befriedigenden Ergebnis führen. Ebenso erscheint die Überlassung eines schön gelegenen Sport- und Rasenplatzes gesichert. Auch für die sonst geplanten Leibesübungen werden schon jetzt durch Bildung von Unterabteilungen eifrige Vorbereitungen getroffen. Unter Leitung des Herrn Referendar Manfred Zadik wird eine Fechtabteilung gebildet, die mit einem hiesigen Fechtmeister Vereinbarungen trifft. Ferner sind Schwimm- und Ruderabteilungen, denen sich besonders in Hamburg ein günstiges Feld der Betätigung bietet, im Entstehen begriffen. Ausflüge in die Unigegend werden schon Jetzt unter sehr starker Beteiligung unternommen. Sie tragen dazu bei, Freundschaft und edle Qeselligkeit in den Reihen des neuen Turnvereins zu verbreiten. Möge der neue „Bar Kochba" zu Hamburg, der in so imposanter und vielversprechender Weise ins Leben getreten ist, ein würdiges Glied in der Reihe der Turnvereine sein, die sich zum Verbände der „Jüdischen Turnerschaft" zusammengeschlossen haben. B. Sport und Wille. Nichts ist gewaltiger als der Mensch. Sophokles (Antigone). Es ist gewiß kein bloßer Zufall, daß diese stolze Erkenntnis zuerst im sportgewandten Volke der Hellenen dämmerte. Denn ihre athletische Übung zeigte ihnen tagtäglich die Macht jenes „etwas", durch das sie sich allen anderen Wesen, ja wohl auch der Macht des Schicksals überlegen zeigten — die des bewußten Willens. Immer wieder sahen sie staunend und in fast ehrfürchtiger Bewunderung, daß der Mensch die Qrenzen, welche seinem Können von der Natur gesetzt zu sein schienen, in mannhaftem Ringen weitete. Eine Steigerung der Leistung, wie sie der sittlich Tieferstehende nur im. irren Wahne an sich erfährt, vermochten jene Athleten durch die Kraft ihres trainierten Willens herbeizuführen. So feierte gerade im Sport das Menschlichste im Menschen seine höchsten Triumphe, während man heute häufig meint, daß er vorzüglich der Ausbildung der „tierischen" Fähigkeiten diene. Wenn wir im Kampf eine Wesenseigentümlichkeit sportlicher Übung erblicken, so mag der äußerlich erkennbare Kampf gegen den Konkurrenten doch immerhin nur als Stützpunkt gelten, von dem aus der weit heldenhaftere Kampf des einzelnen gegen die Unvollkommenheit seiner eigenen Leistung einsetzen kann. So wird häufig selbst ein äußerlich erfolgloser Kampf recht