Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 3/4 (3.1910)
- Date
- 1910-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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48 und Tauziehen auch tatsächlich stattfanden — innerhalb der Jüdischen Turnerschaft zum Austrag bringen wollten, näher treten können. Wir würden damit die erste turnerische Organisation sein, die die gegnerische Stellung zum Sport aufgibt, die als erste eine Verbindung aller Leibesübungen als die zweckmäßigste Ausbildung des Körpers erachtet. N,, 3 4 Die Gründung eines neuen Jüdischen Turnvereins „Bar Kochba" in Hamburg. Das von der Jüdischen Turnerschaft anläßlich des IX. Zionistett-Kongresses in Hamburg veranstaltete Schauturnen hatte in weiten Kreisen dei Hamburger jüdischen Jugend das lebhafteste Interesse für die jüdische Turnsache geweckt und den Wunsch gezeitigt, an dem Werke der körperlichen Regeneration der Juden tätigen Anteil zu nehmen. Darum sah sich das Komitee, das die Vorbereitungen für das Schauturnen getroffen hatte, veiaulaBt. die interessierten Damen und Herren, die sich auf einen Aufruf in e,ne Zahl von 110 gemeldet hatten, zu einer Gruppe zusammenzufassen und, um eine Spaltung in der jüdischen Turnbewegung Hamburgs zu vermeiden. mj der „Jüdischen Turnerschaft von 1902 zu Hamburg" über eine Fusion diesüruppe mit dem bestehenden Turnverein zu verhandeln. Seitens des Ko mitees wurden zwei Bedingungen gestellt, die Aufnahme von zwei Repnjsen tanten der neuen Gruppe (vorgeschlagen waren Dr. Tuch und Dr. Wei g e r t) in den Vorstand des Turnvereins und die Gewährung des Stimm rechtes an die volljährigen Mitglieder der Damenabteilung. Da von e"1 zelnen Mitgliedern der Turnerschaft von 1902 das Hineintragen politisc Tendenzen beiiirchtet wurde, verpflichteten sich Dr. Tuch und Dr. Weise . sich während der kommenden Jahre innerhalb des Vereins jeglicher Agitation in national - jüdischem Sinne zu enthalten. Trotz des großen Entgegen kommens, das beide Herren zeigten, um das Werk der Einigung nicht zu gefährden, und trotz der Befürwortung durch den bisherigen \ ereinsvor stand fanden die Einigungsvorschläge in der entscheidenden Generalve^ Sammlung nur eine einfache Majorität; es stimmten 21 Herren dafür und dagegen, während nach den Statuten zur Annahme eine Dreiviertel-Ma.iotität nötig ist. Damit war der Versuch einer Einigung gescheitert. Nunmehr wurde die Gründung eines neuen jüdischen Turnvereins schlössen. Dr. Tuch und Dr. Weigert besorgten mit unermüdlichem die Vorarbeiten. Am 14. März fand im Sorgenheim unter starker Betet i:ff die konstituierende Versammlung statt. Dr. Tuch schilderte die er lungen mit der Turnerschaft von 1902 und schlug angesichts der Fru^ hen keit aller Einigungsversuche der Versammlung vor, einen neuen ü>&iS Turnverein in Hamburg zu gründen, der auf stammestümlicher Grün das Turnen und die Pflege sämtlicher Leibesübungen, wie Wandern.?c men, Rudern, Sport und Spiel unter der jüdischen Bevölkerung von burg-Altona fördern solle. Unter stürmischer Begeisterung beschloß <*ie^urB. Sammlung, den neuen Verein in Anlehnung an den Berliner jüdischen verein „Bar Kochba" zu nennen. 160 Damen und Herren traten