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Jüdische Turnzeitung · 1910-03-01 · 3/4 (3.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
3/4 (3.1910)
Date
1910-03-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 3 4 47 Daß mit einer solchen Organisation leidlich gute Erfolge zu erzielen sind, zeigen die Sportvereine, die ihren ganzen Betrieb auf den Sonntag konzentrieren müssen. Mit einer durchgebildeten Sportriege könnten wir uns auch an öffentlichen sportlichen Wettkämpfen mehr als bisher beteiligen. Die Sportriegen würden auch unsere Propaganda sehr erleichtern. Die sportliche Betätigung würde, wie wohl jeder aus eigener Erfahrung weiß, viele zum Eintritt veranlassen, ganz abgesehen davon, daß eventuelle Erfolge in öffentlichen Kämpfen der Entwicklung unserer Vereine außerordentlich dienlich sein könnten. Wie wir uns auch in den einzelnen Vereinen zu der Frage des Sports verhalten mögen, als Qesamtorganisation haben wir den jüdischen Sportvereinen gegenüber eine bestimmte Stellung einzunehmen. Bis jetzt ist diese "och völlig ungeklärt. Nach den Satzungen der „Jüdischen Turnerschaff' umfaßt diese nur jüdische Turnvereine (§ 1) und bezweckt als Mittel zur Hebung des jüdischen Stammes nur die Pflege des Turnens (§ 2). Ist nun der Ausschuß berechtigt, jüdische Sportvereine, die um Aufnahme in den Verband nachkommen, aufzunehmen? Nach den Statuten keineswegs. Diese Tatsache verstößt aber gegen das Prinzip, das bei der Gründung der •.Jüdischen Turnerschaft" so oft betont wurde. Damals wurde eingehends oie Frage erörtert, ob die Jüdische Turnerschaft klein oder groß gestaltet Werden sollte, ob sie innerhalb der deutschen Reichsgrenzen bleiben oder e'ne die ganze Welt umfassende Organisation werden solle. Man setzte damals fest, daß die „Jüdische Turnerschaft" möglichst alle Vereine umfassen Sw'l, die an der Qesundung unseres Volkes arbeiten. Hierzu gehören aber auch die jüdischen Sportvereine, denn nicht nur die national-jüdischen urn vereine und damit die „Jüdische Turnerschaft" verdanken dem Ußdanken der körperlichen Wiedergeburt der Juden ihr Entstehen, sondern auch die jüdischen Sport vereine. Lassen sich nicht Vereine, die für dieselbe Sache arbeiten, in einer ■"sanisation vereinigen, wenn sie auch in einigen Punkten der Tätigkeit voneinander abweichen? Es sollte uns schließlich doch gleich sein, ob wir 'e Gesundung unseres Volkes durch Turnen oder Sport erreichen. Im übrigen kann man auch beide Leibesübungen, wie wir vorhin gesehen aben. jn einem Verein leidlich gut zusammenpflegen. Es wäre also immer ,n Fehler, wenn die jüdischen Sportvereine für die „Jüdische Turnerschaft" erloren gehen sollten. Um dies zu vermeiden, müßte natürlich auf dem ctisten Turntag eine Erweiterung der Satzungen vorgenommen werden, ahmgehend, daß die „Jüdische Turnerschaft" auch Sportvereine aufnimmt, d daß sie als Mittel zur Hebung des jüdischen Stammes die Pflege aller eibesübungen bezweckt. Natürlich müßten die Sportvereine uns insofern Kegenkommen, als sie vielleicht durch Pflege des Turnens im Winter sich ^nerisch so weit ausbilden, daß sie an unseren gemeinsamen Veranstaltungen 16 Schauturnen usw. mitwirken können. Wenn erst unsere Stellungnahme zum Sport im Prinzip festgelegt ist, "n Werden wir auch solchen Anregungen, wie die des Budapester Turn- Sportvereins, die in Hamburg sportliche Kämpfe — wie sie im Ringen

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