Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 1 (1.1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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16 No. 1 teresse, das hier im allgemeinen unserer Bewegung entgegengebracht wird, ist es nur durch eine äußerst lebhafte Agitation möglich gewesen, einen einigermaßen befriedigenden Besuch unseres Festes zu erreichen. Um so wirkungsvoller verlief dieses selbst, wirkungsvoll häuptsächlich durch die Mithilfe des Bar Kochba, Berlin, der auf unser Ersuchen bereitwilligst eine Riege von 9 seiner besten Turner entsandt hatte. Eingeleitet wurde das Fest mit einer kurzen Begrüßungsansprache unseres Vorsitzenden, Herrn Referendar Greifenhagen. Es folgten turnerische Vorführungen: Freiübungen, die exakt ausgeführt wurden und gut klappten, Reckturnen einer Riege unseres Vereins, Springen über drei Böcke mit Trampolin von der Riege des Bar Kochba, und als Schluß gymnastische Übungen nach schwedischer Art, ausgeführt von den Turnbrüdern Lewin und Wiesen vom Bar Kochba. Alle Übungen fanden lebhafte Anerkennung, ganz besonders aber die letzten. Eine ganz besondere Freude bereitete uns das Erscheinen unseres Ehrenmitgliedes, Herrn Erich Freyer-Berlin. Er setzte uns in seiner Festrede Entstehung und Ziele der Jüdischen Turnerschaft auseinander und zeigte den gegenwärtigen Stand unserer Bewegung, der uns zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Lebhafter Beifall zeigte ihm, daß seine Ausführungen mit regstem Interesse verfolgt wurden, und wir danken ihm an dieser Stelle noch einmal für seine Bemühungen. Den künstlerischen Teil konnte Stettin dann ganz allein erledigen. Ein Cabaret, arrangiert von unserem Turnbruder Herrn Herbert Schwarz, ga° den Rahmen, innerhalb dessen uns die Damen Fräulein Bötzel durch Rezitation jüdischer Dichtungen, Fräulein Löwenthal und Fräulein Feiner und Herr Schwarz durch gesangliche Darbietungen erfreuten. Die Begleitung der Oesangsvorträge wurde von Fräulein Tobias auf das Beste besorgt, und Herr Referendar Qreifenhagen verband als Conferencier die einzelnen Piecen mit gutem Humor. Während der Kaffeetafel führte uns unter vielem Beifall unser Mitglied Herr Altert Bär ein Schattentheater vor, zu dem er selbst den Text gedichtet hatte. — Unser 1. Vorsitzender, Herr Referendar Qreifenhagen, hat am 16d. M* Stettin verlassen. Da seine Abwesenheit voraussichtlich, hoffentlich, nur einige Monate dauern wird, vertritt ihn unser derzeitiger 2. Vorsitzender, Herr Zahnarzt Kramer. J. B. Posen. Neuer Turnverein. Nach dem uns übermittelten Rechenschaftsbericht für das VII. Geschäftsjahr 1909 hat sich die Mitgliederzahl nicht verändert. Jedoch weist der Turnbesuch erfreulicherweise eine erhebliche Besserung auf. Die Alte Herren-Riege turnt jetzt wieder regelmäßig- Die Frauenriege läßt sowohl, was die Zahl der Mitglieder anlangt, wie auch die Frequenz der Turnstunden zu wünschen übrig. Turnmärsche wurde« eifriger als früher gepflegt. Die Finanzen haben sich gebessert. Die durch Erhöhung der Verbandsbeiträge erforderlich gewordene Erhöhung der Mitgliedsbeiträge stieß auf keine Schwierigkeiten. Der Verein kommt seine» Verpflichtungen der Turnerschaft langsam, aber doch in vollem Umfang nach. An den Veranstaltungen der Turnerschaft, am IV. Turntag und auch am Hamburger Schauturnen, vermochte der Verein sich rege zu beteiligen. Das Interesse seiner Mitglieder für die jüdische Turnsache und ihre Pflege erhielt hierdurch einen bedeutenden Aufschwung und innere Erstarkung. Wien. I. Wiener Jüdischer Turnverein. Donnerstag, den 30. Dezember 1909, fand im Turnlokale die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des Vereins statt.