Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 12 (12.1909)
- Date
- 1909-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Was Arndt im Speziellen für die jüdische Turnsache geleistet hat, das wissen die Leser dieses in den letzten Jahren unter seiner Aegide redigierten Blattes zur Genüge. Alle die mit unserer Sache verbundene Arbeit war ihm schließlich zum Lebensbedürfnis geworden. So erklärt es sich, dass er seiner überaus anspannenden Berufsarbeit doch noch Zeit genug abgewann, um das für die Turnsache Notwendige zu leisten. Als dann auf dem diesjährigen Turntag, dem er präsidierte, die Wahl des Vorsitzenden der Turnerschaft auf der Tagesordnung stand, nahm er trotz der auf ihm lastenden Verpflichtungen die Wiederwahl, die in begeisterter Einstimmigkeit erfolgte, ohne Zögern an. weil er sich sagte, daß er auf dem Führerposten nötig sei. Einzig und allein die bereits für das kommende Frühjahr in Aussicht genommene Übersiedlung nach Palästina hätte ihn zur Nieder- *egung seines Amtes bewegen können. Die letzte Aktion, die er angeregt und für die er mit Begeisterung gewirkt hat, waren die Vorbereitungen für die Veranstaltung des Schauturnens auf dem Hamburger Zionistenkongreß. Der Tod hat seinen Körper gefällt; sein Werk dauert fort. Wehmütig gestimmt, treten wir die Reise 2um Kongreßturnen an. Möge der Geist Georg Arndts, unseres großzügigen Führers, über dieser Kundgebung jüdisch-nationalen illens und über allen ferneren Arbeiten unserer Turnerschaft erhebend und begeisternd walten! J. Z. Die Beisetzung Georg Arndts fand am 26. November unter großer Beel 'Sung der jüdisch-nationalen sowie zionistischen Vereine Berlin-Charlottenburgs. *le auch vieler Ärzte und Krankenschwestern des Rudolf Virchow - Krankentj*"SeS *"f dem Fr,ednof der jüdischen Gemeinde zu Weißensee statt. Namens er Jüdischen Vereine und seiner Freunde hielt Dr. Ernst Tuch-Hamburg eine e empfundene, eindrucksvolle Grabrede, in der er den Entschlafenen als Menschen d" ^ohn ««nes Volkes würdigte. Eine Ansprache Prof. Borchardts, des Chefs j °"jrur£ischen Abteilung des Virchow-Krankenhauses. rühmte die Geistesgaben fa d . chttreue des Verstorbenen im ärztlichen Beruf. - Am 28. November im großen Saale des Künstlerhauses eine zahlreich besuchte Gedächtniseier statt, auf der der Arndt freundschaftlich nächststehende Dr. Isak Strausuncnen die an anderer Stelle wiedergegebene Oedächtnisrede hielt. Q h *US Qeorg Arnd*s äußerem Lebensgang geben wir nachstehende Daten: eboren am 9. Januar 1878 in Vandsburg (Westprenßen) als Sohn des geachteten Nak i an"s Moses Arndt' besuchte 0eorK Arndt kurze Zeit das Gym<iasium zu era . und ahsolvierte dann das Sophiengymnasium in Berlin. Dann widmete BeS'rf- 311 dC-r BerIiner Universität dem medizinischen Studium, nach dessen 'gunS wissenschaftlichen, insbesondere experimentellen Arbeiten und ging undRii"aCh Müncnenw0 er am pathologischen Institut unter Prof. Schmaus ^o'l'nger arbeitete. Hierauf wurde er Assistent an der Universitäts-Klinik