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Jüdische Turnzeitung · 1909-12-01 · 12 (12.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
12 (12.1909)
Date
1909-12-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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No. 12 221 wiß, er wäre stets ein Mensch gewesen, der niemals zur Ruhe gekommen wäre, der immer Neues und Neues an Zielen vor sich gesehen hätte. Aber doch war er vollendet und abgeschlossen in seiner Art, weil sein ganzes Wesen ihm niemals die Möglichkeit gegeben Hatte, den Dingen und den Problemen anders gegenüberzutreten, als er es stets getan, weil sein Leben zu einer vollen Harmonie geworden war. Das nimmt etwas von der furchtbaren Tragik, die in dem so »ruhen und jähen Abschluß liegt. Sein Wirken ist am besten zu vergleichen dem eines reifen jvunstwerks. Auf einem Bilde von Rembrandt, der uns Juden ja ganz r.eso"ders nahe steht, ist ein innerlich leidenschaftliches Kämpfen, ein ständiges Ringen nach der Erfüllung; man merkt es an jedem Pinselp icn, wie der Wunsch vorhanden ist, das übermenschlich stark Empfundene in die äußere Form zu zwingen; und merkwürdig, wir .1 en, w'e, alles Kämpfen zum Schweigen kommt, eine friedvolle Ruhe li'lf16!1*' d'e w'r vo^ Ir°hem Bewundern genießen. Der leidenschaftcne Wunsch nach Ausdruck hat die Form gemeistert. So war es bei jndt. Die harten Wege, die er bei seiner allein mit dem Besten ge- . gsamen Natur °ft hat gehen müssen, haben ihm nie jene stolze, egessichere Art geraubt, die strahlend aus seinem Blick leuchtete. „I ,War früh einer geworden, der seinen Weg genau kannte, ihn so Nä h verfolgte> daß der Eindruck des Kämpfenden auch für die ihm nststehenden scnwand und nur e'n stetes, unbeirrtes Aufsteigen znm Erfolg übrig blieb. ein ^° w'r^te er auI s'e> w'e auI al'e» d'e mn näher kannten, als ausgeglichen Oanzes, das sie erlebten wie ein wahres Kunstwerk. 'r Juden haben ganz, ganz wenige Menschen der Art, und ein solcher nn\ der uns genommen wurde, reißt in unsere Reihen eine Lücke, als *Wlr n'°k* auszuml'en wissen. Denn wir brauchen heute mehr die ~~ das ^ar aucn se'ne Uberzeugung — Menschen, ganze Männer, WenmSt^nde Sind' ganz uneigennützig für ihr Volk zu wirken. Und mit hw'r heute diese Feier verlassen, so wollen wir das eine davon sindn n' wie wir den trägen A1'ta£ bannen, indem wir eingedenk wa h ^onen Art und des Wesens eines Mannes, der uns ein Führer und + Uns den Weg zeigte> den wir selbst, ein jeder für sich, still Volk aft gehen müssen> um wirkliche Werte für unser jüdisches lieg Zh scnaffen- Jeder äußere Scheinerfolg muß uns wie ihm fern itin Cn' er e'n Schein bleiben und wird niemals einen wahren sch p FortSchritt mit sich bringen. Und im Kampf für wahren jüdisein 0 tscnritt wird ein solcher Mensch, wie Arndt es war, imstande uns'?UCl1nacn Seinem Tode nocn hinauszuwirken, denn er steht vor ein einer, der dauernd einen gewaltig wirksamen Ansporn gibt, 't*1, ^ndigen Trieb zum Guten auch für die weitere jüdische Oesamtheit.

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