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Jüdische Turnzeitung · 1909-12-01 · 12 (12.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
12 (12.1909)
Date
1909-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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214 Cod, um ihm zu entkommen; das Galufh ftehf auf ihren Gröbern und ffarrf uns an. Aber es gibt einen Weg, der aus dem Galufh führt: das ift der Weg der inneren Befreiung. Dielen Weg itt Georg Arndt gegangen. Diefen Weg ift Georg Arndt uns vorgegangen, als er lebte, nun er uns perlaffen hat, fpricht lein ganzes lieben zu uns von dielern Wege. meint ihr, was fo pieler Zeiten Ilot in uns großgezogen hat, das liehe fidi nicht tilgen durch eine innere Caf? 3hr pergeht, dafj eines in uns ffark geblieben ift; ein Wunderding: der Wille. Heiligeres ift der Wille in uns als in irgend einem Volke der Erde. Aber unfer Wille Ift unrein und zerfrreuf. Reinigen wir unfern Willen, und er wird unter Beil. Sammeln wir unfern Willen, und wir werden fein Werk. Wollen wir uns felber, und wir find frei pom Galuth der Seele. Als ein rein Wollender, als ein im Wollen Gefammelter, als ein durch reinen gefammelten Willen Befreiter ging Georg Arndt den Weg, ging er unfern Weg uns por. Folgen wir ihm nach f Gr war ein Ulann und ein 3ude. Sein toter [Rund lehrt uns die heilige Wahrheit, die Wahrheit des Willens: „Wenn wir als ITlänner leben, werden wir als Süden nicht untergehen". - ßören wir, was unfer toter Freund zu uns fpricht. martin Buber. Gedenkrede. Von Dr. Isak S t ra u s - München. Turner und Zionistcn aus Berlin und Charlottenburg sind heute zusammengekommen zu einer Stunde ernster Sammlung. Einer ihrer Führer ist gestorben. Und ehe der Alltag sein Bild im Gedächtnis vieler schwinden läßt, soll der Tote auf dem Wege, den er gegangen ist, noch einmal vor Sie hintreten; der Kern seiner Art soll noch ein letztes Mal uns anschaulich werden. So soll der Verstorbene noch über das Grab hinaus sein Amt erfüllen als Führer in der genieinsamen Sache. Es braucht einen äußeren, stark erschütternden Eindruck, meine Damen und Herren, im Leben der Menschen, um den Alltag zu verdrängen, zur festtäglichen Weihe sich zu sammeln. Das Erschütternd6 ist hier so stark gegeben, da ein jähes- Ende einen jungen Einunddreißigjährigen aus unserer Mitte gerissen hat. So wollen wir heute sprechen von dem, was die Triebkraft war in seiner Art. was ihn zu«1

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