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Jüdische Turnzeitung · 1909-10-01 · 10/11 (10.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
10/11 (10.1909)
Date
1909-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No 10 11 191 in Südamerika war, daß man dort mit starken russischen Kolonisten, hier mit ausgemergelten, ackerbaufremden Elementen experimentierte. Da kommen wir wieder auf den Ausgang unserer Betrachtungen zurück. Ein Stand kann nicht künstlich geschaffen, nicht über Nacht leistungsfähig werden. Man muß ihn heranbilden, fördern und heben. Die Juden haben schweres Lehrgeld für diese Binsenweisheit zahlen müssen. Wir haben aber auch gelernt, daß wir auf den lebenswichtigsten Stand, ohne den kein Volk Dauer hat, nicht zu verzichten brauchen — auf den Bauernstand. Er wird das Fundament unserer Zukunft sein. Dr. Arthur Kahn. Auf einer jüdischen Landwirtschaftsschule. Von Max Bendel -Berlin. (Schluss.) (Der Anfang dieses Aufsatzes steht in der Mai-Nummer dieses Jahr- Sangs. Der Verfasser schildert uns da recht anschaulich das Städtchen Woodpme mit seinen 2000 jüdischen Einwohnern, den ärmlichen jüdischen Farmen ln seiner Umgebung und schließlich den Lehrplan und die Zusammensetzung ies Schüler- und Lehrermaterials der Hirsch-Agricultural-School, der er '"ngere Zeit als Student angehörte. Uber die allgemeine Bedeutung der landwirtschaftlichen Arbeit bei en Juden findet der Leser anregende Gedanken in dem Aufsatz „Jüdische Bauernvon Dr. Kahn in dieser Nummer. Die Red.) Eines der Gebäude auf dem Schulgrunde enthält die Wohn-, Spiel- und eseräume der Lehrer und Schüler. Zu ebener Erde liegen ein Turnsaal "nd ein Gesellschaftsraum, mit Blumen usw. geschmückt und mit vielen "schchen, Stühlen, Schaukelstühlen und Piano sehr nett eingerichtet. Darin °det man auch unzählige Fach- und andere Zeitschriften, sowie eine kleine lbliothek und Gesellschaftsspiele. In den oberen Etagen liegen die Räume er Lehrer und Schüler. Sie sind sehr behaglich und gut ausgestattet und mit arnpfheizung und elektrischem Licht versehen. Oft genug sagte mir einer er mit mir befreundeten jungen Lehrer, daß er nie ein so angenehm eingen.chtetes Heim an irgendeiner staatlichen Hochschule vorgefunden hätte. Das •^entliehe Schulgebäude liegt etwas abseits, hat sehr günstig liegende <lUme üir die verschiedenen Unterrichtsfächer, sowie eine große Anlage für warme und kalte Brausebäder. Die Ställe sind sehr sauber und sanitär, einer ist auf das modernste der echnik mit elektrischem Licht usw. ausgestattet. . Ferner befindet sich auf dem riesigen Orundstück noch eine Meierei, n der die Milch in Empfang genommen und verarbeitet wird und im Zusammenhang damit ein Laboratorium für die Meierei. Für die Küche mit ®m darüber liegenden Speisesaal ist ein getrenntes Häuschen bestimmt, in Welchem die Mahlzeiten stattfinden. Erwähnenswert ist vielleicht noch ein kleines Häuschen, das als rankenhaus dienen soll, das aber zu meiner Zeit nur einmal bei einem Unfall

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