Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 9 (9.1909)
- Date
- 1909-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 9 163 lassen, Fehler und Mängel zu rügen und so das Interesse an der Turnerei aufrecht zu erhalten. Während der Frei- und Ordnungsübungen, das braucht nicht erst geu*«* zf werden> hat er sich der größten Aufmerksamkeit und Ordnung zu befleißigen, und muß, was Ausführung und Haltung bei den einzelnen Übungen anbelangt, wie überhaupt in jeder Hinsicht den allerbesten Eindruck hinter- ••ssen. Einen üblen Eindruck dagegen würde es machen, wenn etwa der urnleiter sich genötigt sähe, einen Vorturner wegen mangelhafter Ausführung vor der versammelten Abteilung zu rügen. Die durchaus notwendige, wenn auch selbstgewollte Disziplin auf dem Turnsaal würde durch derartige Vorkommnisse erheblichen Schaden nehmen, und ein seiner Stelu»g sich so wenig bewußter Vorturner wird auch niemals seiner Riege ein mustergiltiges Vorbild sein können. tu Seine Haupttätigkeit entfaltet er natürlich erst während' des Riegen- . ™ens- Kein Vorturner darf unvorbereitet zum Riegenturnen antreten; r5 muß die Ubungsgruppe, die er an dem betreffenden Qerät turnen lassen p' : Scnon vor dem allgemeinen Antreten vollkommen im Qedachtnis haben, ritz, einer der bedeutendsten Turnliteraten, verlangt von dem Vorturner ear, daß er zu jedem Turnabend einen vollkommen ausgearbeiteten ungszettel anfertigt, den er während des üeräteturnens bei sich führt, inesfalls darf es sich aber ein Vorturner leisten, seiner Riege eine Reihe n zusammenhanglosen Übungen vorzuturnen, die mit einer wirklichen eit[UPiPe nicilt die entfe™teste Ähnlichkeit hat. Vielmehr muß er, mit Vf,er 'eichten Übung beginnend, diese weiter ausbauen, um mit einer form- ' endeten, in allen ihren Teilen gut und gewissenhaft durchgeführten ^ungsgruppe die anfangs so leichte Übung zu beenden. Nur so wird er un .semen Riegenmitgliedern wirkliches Interesse an der Turnerei erwecken, Kö 8ern werden die Turner das während des Qeräteturnens Erlernte im Kür "Cn vveiter fortsetzen. Überhaupt soll der Turner den Stoff zum ^„,en im Riesenturnen empfangen, deshalb muß auch dieses in jeder Weise ""regend gestaltet, werden. Nat ^ucn na* der Vorturner darauf zu achten, daß er jede Übung, die ihier "st.:*Ur nacn sow°hl links wie rechts ausführbar ist, auch wirklich nach zwei ae«en hin ausführen läßt. sond ^enn er a" - das beachtet, so wird er nicht nur anregend wirken, g ern er w'-rd auch seine Riege, was turnerisches Können anbelangt, ein roltZes *ti,ck vorwärts bringen können. Ich selbst habe in meiner Abteilung grf .einem schlechten Material einer dritten Riege nach einem Jahre den Rieff8 auiyeisen können, zwei Drittel als brauchbares Material der zweiten Vort ZU überweisen- Das ist kein Verdienst von mir, vielmehr wird jeder sich "h"61^ den deichen Erfolg zu verzeichnen haben, wenn er, seiner Stellung ist in Wußt* das Riegenturnen als seine Hauptaufgabe betrachtet, Dazu Stell erster ^inie erforderlich, daß er regelmäßig zum Riegenturnen zur kehrt >S* ^em ^orturner mu^ seine R'e2e v'el zu wert sein, und umgesie hmuß die R'ese viel zu sehr an ihrem Vorturner hängen, als daß er übe läR Weiteres im sticn und ihr Schicksal einem fremden Vorturner durnder mit den Fähigkeiten und den zu berücksichtigenden Mängeln uer Riege nicht vertraut ist. hinri ^°"te aber doch ein Vorturner am Erscheinen auf dem Turnsaal verein ^ei"' so ist es eine seiner selbstverständlichsten Pflichten, selbst für t e Keetenete Vertretung zu sorgen. Es Ist ganz unmöglich, daß der Vor- "er nun diese Sorge auch noch dem Turnwart aufbürdet.