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Jüdische Turnzeitung · 1909-06-01 · 6/7 (6.1909) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
6/7 (6.1909)
Date
1909-06-01
Page
[Seite] (sequence 47)
Language
German
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No. 6/7 12) Senden Obstgärten vorbei, zum Bahnhof brachte. Von der schmalspurigen Klcinrahn ließen wir uns nach Binz mitnehmen. Hier verließen aber nur 9 Personen den Waggon, während es die übrigen vorzogen, mit der Bahn Nach Göhren weiterzufahren und uns dort zu erwarten. Wir durchschritten den Badeort Binz (das „nordische Sorrent") und fachten in der am Meer gelegenen Konditorei Gramm Kaffeestation. Dann S'ng es hinunter zum Strande, in dessen feinen, mit unzähligen winzigen. Reißen Muscheln bestreutem Sande wir uns auf kurze Zeit lagerten. Unsere ulicke wurden auf der einen Seite von den eleganten Villen und Hotels. Reiche den Strand flankieren, und auf der anderen Seite von der weit in die ^ee hineingebauten Landungsbrücke und dem am Ufer braun gefärbten Meere gefesselt. So gern wir hier auch länger geweilt hätten, mußten wir doch um Va7 Uhr aufbrechen, da wir noch einen tüchtigen Fußmarsch vor uns hatten. Zunächst führte uns der Weg auf schön gebahnten, aufwärts strebenden Pfaden zu dem mit einem 47 m hohen Wartturm versehenen Jagdschloß Branitz. Wir passierten die mit Wölfen verzierte, breite Freitreppe, und stiegen über eine, aus Gußeisen kunstvoll gearbeitete, mit Geweihen und altfutschen Schnitzereien ausgeschmückte Wendeltreppe zum Aussichtsturm empor. Wie ein aufgeschlages Buch lag die Insel Rügen vor uns mit ihren zerklüfteten, weit ins Meer ragenden Landzungen, der pittoresken Zeichnung *{Jrer Buchtur.gen und den vielen, Bodden genannten Binnenseen. Das schöne esamtbitd der Insel noch fest in unser Gedächtnis prägend, stiegen wir Nieder die vielen Stufen abwärts und durchquerten dann in flottem Marsch- \\rjP0,.cias 'affdrevier, welches die Granitz genannt wird. Aufgescheuchtes "a lief mehrmals über unseren Weg und die Dämmerung brach allmählich e|em, rjer Mond glänzte schon hinter den Bäumen, als wir zum „schwarzen ^e kamen, der, ähnlich dem Herthasee, zwischen dichtbewaldeten Ufern liegt. Weiter zogen wir durch den immer dunkler werdenden Wald und V()men' wieder bergauf steigend, zu der auf steiler Uferböschung, wunderselt am "^eer «telegenen Restauration „Waldhalle". Hier hatten wir einen röt enP" Anblick von eigenartiger Schönheit. Links schimmerte die Abend-, recht d'e ^ee untl e'nen schmalen Uferstreifen von Jasmund, während kur aufste'Kende Vollmond den Strand von Sellin beleuchtete. Nach fußr^f ei,ten wir den Strand entlang nach Sellin weiter, wo wir oft zu den. Weicilen Meeressand versanken und uns das Rauschen der bis unseren Füßen herankommenden Wogen begleitete, entr' J** S'Ch mlfsberei'e Hände immer und überall nützlich machen müssen. Mee'SSe" ZWe' unserer Herren, in Ermangelung von etwas Besserem, dem llcn re ein leeres Fäßchen. Nachdem sie die Überzeugung von dessen günzhatt r '""altslosigkeit mit einem harten Kampfe mit den Wellen bezahlt Weht"' Wpr'fcn sie den aufgefischten Schatz, welcher ihnen nichts als ein riii!*D^s "u,5bad und die Heiterkeit der Zuschauer einbrachte, wieder entm die See zurück. ele t*"1 '0l/2 Uhr trafen wir in Sellin ein und durchschritten den aus Puhrw 1 bfiuden bestehenden Badeort. Wir ließen uns im Zentralhotel uns b» einspannenum nicht allzuspät nach Göhren zu kommen, wo iiir sreits z'mmer und Nachtmahl bestellt waren, beleucht tZWeLWai?en fuhren wir durch einen vom herrlichsten Mondscheii Uoer, nae^nr"irkenwald und an dem silbern glitzernden Selliner See voruns l'a» C Qonren, wo wieder das weite Meer im Vollmondglanze vor in

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