Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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108 No. 6/7 seitiger Unterstützung vollführt und ergaben namentlich am Pferd plastische Stellungen. Arn Barren, wo die Matrosenbluse der Reformbluse trotzte, wurde mehr Gewandtheit, an den Schwebebäumen mehr Ausdauer verlangt. Zwei scharfe Kritiker stellten zu ihrem Kummer fest, daß nicht ein einziger Bock geschossen wurde. Viel kommentiert wurde das im Bar Kochba völlig eingeführte Reformbeinkleid (Rockhose). — Art und Ausführung der Übungen waren dem Qros der Zuschauer neu, so daß sich die Leiterin, Fräulein Thomaschewsky, über den Erfolg der Vorführung hinaus ein bleibendes Verdienst erworben hat durch die wertvollen Anregungen, die in vielen Vereinen auf fruchtbaren Boden fallen werden. Das Turnen der Musterriege am Barren beschloß das Schauturnen in der üblichen Weise. Über die Musterriege im allgemeinen und unsere Gipfelturner im besonderen ist soviel diskutiert worden, daß man füglich verwundert sein kann über die angebliche Zurücksetzung, die bei der Prüfung am Vormittage einigen Turnern widerfuhr, die zwar durchaus tüchtige, aber ebensowenig ausreichende Leistungen zeigten, wie die Mehrzahl der offiziellen Musterturner am Nachmittag. Wir werden darauf zurückgreifen müssen, Pflichtübungen zu bedingen. In Form und Aufbau als die besten anerkannt seien zwei Übungen von Heinrich Meyer-Köln. Mit Ausnahme Josef Lewin's, der ihn bei diesem Turntage noch nicht erreichte, konnte der Bar Kochba nur seine zweite Mannschaft stellen. Gute Anlagen bewies Wiesen-Berlin. Über die beifällige Aufnahme, die alle Vorführungen fanden, wolle man des näheren in der Tages- und jüdischen Presse nachlesen. Hier sei nur gesagt, daß wir uns dieses Schauturnens, auf dem im allgemeinen auch wohltuende äußere Ordnung herrschte, nicht zu schämen brauchen, daß uns vielmehr von maßgebendster turnerischer Seite versichert wurde, wir hätten Ursache, stolz darauf zu sein. Die Freude über dieses Gelingen drückte sich nach Beendigung des Schauturnens in stürmischer Begeisterung und Blitzlicntphotographien aus.-- Müde vertauscht der Turner Dreß mit Salonanzug und wandert 2urn Festkommers, auf dem einige turnerische Vorführungen besonderer Art seiner harren, zunächst die Damenriege des Posener Turnvereins. A« Achtung vor dem Fleiß, mit dem die komplizierten Freiübungen im Liegest!« (cf. Jüdische Turnzeitung 1908, X/XI) einstudiert und der Exaktheit, tan der sie ausgeführt worden sind. Die Posener Damenriege hat *» hiermit einen exponierten Platz in unserer jüdischen Turnerwelt erobe• Das Barrenturnen wäre, wie es die turnerische Leitung des Turntages au vorgeschlagen hatte, .besser weggefallen. . Die noch in letzter Stunde von unserem Freunde Katzky-Berlui e^ seübten und mit wackerer Ausdauer gestellten Parterre-Pyramiden aUStetI Berliner Turnern gefielen; sie gehören zum eisernen Fonds und sind ste Erfolges sicher. tfoch- Schließlich fesselten der R e i g e n einer rosafarbenen Schaar Bar banerinnen im klassischen Stil, der unter Fräulein Fränkels bewährter KJjej präzis abgeschritten wurde, und nach endlicher Aufhebung der Kommers': der allgemeine Tanz, der Ja auch eine turnerische Leistung sein soll. Au» ohnehin schon stark belastetes Konto ist es zu setzen, daß die V o r t u r n stunde am nächsten volkstümlichen Vormittag »aT dem Zeitmangel weichen mußte. Denn als sie am Montag früh 9 ^jjj^j dem Spielplatz des Bar Kochba in Halensee beginnen sollte, w