Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6/7 107 zu werden, daß die Freiübungen von allen Vereinen liebevoll vorbereitet worden sind. Nach langwierigen Formierungen, zeitraubendem Geräteaufbau begann das R i e g e n t u r n e n, der beste Teil des Schauturnens. Die Vorturner haben an ihren Geräten durchweg eine außerordentliche Tätigkeit entfaltet "nd ihre Mannschaften zum Teil mustergültig eingeübt. Neue Schöpfungen wurden allerdings, mit einer einzigen Ausnahme, vermißt, jedoch sah man in Aufbau und Entwicklung feine Gruppen. Sie werden in den nächsten Nummern unserer Zeitung veröffentlicht werden, so daß sich eine ausführliche Besprechung an dieser Stelle erübrigt. Einen großen Fortschritt bedeutet die emwandsfreie Haltung der zwölf Riegen, der überall, wie rückhaltslos anerkannt werden muß, ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt war. Es kann nicht genug betont werden, daß die äußere Form einer Riege ebenso wichtig lst, wie der Ubungskern, und daß flottes Antreten ans Gerät, flüssiges Durchiurnen und strammes Wegtreten überhaupt erst fähig machen, gewertet zu werden. Wie an der Schnur gerichtet, waren die Wiener Reck-, die Kölner ^ierd- und die erste Barrenriege des Bar Kochba. Das Kürturnen litt wiederum unter dem Mangel (einheitlicher vrgan'sation, trotzdem eingeschärft war, nur e i n Vereinsgerät zu belegen. .le) beachtet wurden die Sprünge der Bar Kochbaner am Schwungbrett über "fei hohe Böcke. An Reck, Barren, Pferd brillierten unsere Besten. Jüngere 'urner zeigten am Weithoch-Stuimlauf kühne Sprünge. Da dem Geräturnen mehr Zeit als sonst gelassen war, fand jeder Gelegenheit, seine »dummer" zu absolvieren. Dann wurde geräumt und eine Grenzkette gebildet für die Sondervorführungen des Berliner „Bar Kochba". ein »Los!" stürmten die Jugendabteilungen, Knaben und Mädchen, da n ■ erupP'eren sich schnell zu drei Spielverbänden, und flugs begann \\S h tenabscnlasen, Kreishüpfen, Türkenkopfreißen und im raschen Schi r6' e'ne ^eine anderer, teils bekannter, teils neuer Spielarten. Zum Wied vereiniscte die Jungen ein lustiges Tauziehen, und schon war alles ijj?.er dfaußen. Von diesem Teil des Schauturnens gibt der Bericht der " Udlscnen Rundschau" ein besonders anschauliches Bild: nacht "^erem schwirrten wie ein liebliches Idyll aus Reinhardts Sommersicha"mdie Sanz kleinen „Kämpfer für die Turnidee". Schnell ordneten Rahm inen Männlein und Weiblein in Gruppen, und in dem weißen Tum 1 der furner entwickelte sich nun ein prächtiges Bild gesunder aus d" •' DaS War ein Jagen Ulld Maschen, und wie hell klang das Lachen und w'»mnBen Brust, wenn der Gegner weniger fiink und geschickt war, ernst i 11allmen die kleinen Männlein die Sache im Kampfspiel doch so erwach 8e'te es das Leben- In innen sollte der irone Mut zurn Kämpfen der Fan"'- Und die scnaamende Lebenslust sollte nicht, wie es leider zu oft freien M 'St* durch zu stfenge Disziplin gedämpft werden. Sie sollen zu später nscnen heranwachsen, dann werden sie die Fesseln, die ihnen angetan werden, nicht dulden und umso eher zu sprechen versuchen." abteiiu SpannunK erwartet, folgte jetzt das Gerätturnen der Frauen- Achterre K 6 H' 4f* Damen marschierten in zwei Flankensäulen zu je drei und vie «i,Unter Kescl»ckter Placierung an zwei Barren, zwei Seitenpferde ft'rmation ebeStanKer1, Nach dem Takt der Musik turnten in R'W" Fferden ai!eraus harmonisch ie vier Turnerinnen an den Barren und d&uer au« fri?"0 Sich die an de" Schwebestangen in anstrengender Fort- Werk tnrif uen Qerneinubungen als Faden durch dieses abgeschlossene nerischer Poesie zogen. Die Übungen wurden zum Teil mit gegen-