Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6/7 105 Jenen Vereinen, wo die hebräische Kommandosprache zurzeit schon möglich ist, ferner aber in jenen Landesteilen, wo die Jargon-Kommandosprache besteht —, daß in allen diesen Fällen der Ausschuß sich bemüht, Fühlung m»t den betreffenden Leuten zu nehmen, um eine einheitliche Kommandosprache zu erzielen; zurzeit ist nicht einmal der Begrüßungsruf derselbe. Ich bitte daher, den Ausschuß zu beauftragen, daß bezüglich der Turnsprache in den einzelnen Vereinen, insbesondere in Qalizien, festgestellt wird, welche Turnsprache gebraucht wird, und daß möglichst darauf hingearbeitet wird, daß eine gleichartige Turnspraciie eingeführt wird. Ein Antrag von Dr. Arndt, zu diesem Behufe eine Kommission zusammenzusetzen, bestehend aus den Herren Richard Schwarz-Graz (bezw. seinem Bruder), Orloff-.Iaffa und Verbandsturnwart Burin als technischem Leiter, wird ohne Debatte angenommen. Ein Antrag Schwarz-Graz „eine einheitliche Turnkleidung festzusetzen, damit, wenn neue Vereinigungen entstehen, diese eine solche gleich von vornherein anschaffen," kann als nicht dringlich der vorgerückten Stunde halber nicht mehr zur Debatte gestellt werden. Das Referat „Die Frau In der Jüdischen Turnbewegung" von Fräulein Tornaschewsky muß ebenfalls aus Zeitmangel unterbleiben. Nach einem Dankwort von Herrn Referendar Greifenhagen- ^tettin an die Leitung des Turntages schließt Dr. Arndt in einer kurzen clllußansprache den Turntag mit einem dreifachen, begeistert aufgenomme- Ren Hedad! Schluß des Turntages um 12 Uhr nachts. Die turnerischen Teranstaltnngen. Auf dem vierten Jüdischen Turntag ist viel geturnt worden. Wasi in langer Arbeit unter Fleiß und Mühe reifte, in kurzen Stunden mit wirksamer Anspannung geleistet und zu Nutz und Frommen mitgenommen wurde: in tue heimatlichen Gründe, das sei, wie das Auge des Turners es sah, hier berichtet. Am Sonntag Nachmittag um 5 Uhr fand das zweite Verbandsschauturnen der Jüdischen Turnerschaft im „Feenpalast", einem der größten Säle Berlins, statt. Erst um 12 Uhr konnte sein schwierigster Teil, die Generalprobe, beginnen, nachdem im letzten Augenblick polizeilich bekanntgegeben war. daß während der Kirchzeit von 10 bis 12 Uhr auch unsere Arbeit ruhen müsse. Diese unfreiwillige Pause vertrieb man sich mit Gesangsubungen; mancher lernte erst hier das Marschlied. Wenn eine schlechte Generalprobe e}n gutes Zeichen für das Qelingen des Werkes sein soll, so hätte dieser lag ein Beispiel geben können. Noch am Vorabend war in der Halle der »• Männer-Abteilung des Bar Kochba von vielen der bereits eingetroffenen »urner fleißig geübt worden; hier gab ein sorgender Vorturner seinen »Leuten" die letzte Politur, dort wurden Riegen zusammengestellt und ui jener Ecke zeigte ein Emsiger die neueste Auslegung der noch immer nicht verstandenen Freiübungen. All das war für die Generalprobe belanglos. Sie wird, solange wir unsere Turnfeste In geschlossenen Stätten abhalten, den beschwerlichen Formierungen und Aufstellungen dienen. Das gibt ein buntes