Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1909-06-01 · 6/7 (6.1909) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
6/7 (6.1909)
Date
1909-06-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4921092-5965117-5965291--2464-4925283
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

102 No. 6/7 es für die Pflicht der Jüdischen Turnerschaft, unter diesen Namen mit aufgeführt zu sein. Ich bitte darum alle anwesenden Vertreter der einzelnen Verbandsvereine, in ihren beimischen Vereinen daiür Propaganda zu machen und zu bewirken, daß kein Jüdischer Turnverein auf dieser Liste fehlt, denn es .wird das Zeichen unseres Dankes an Max Nordau sein, wenn unter diesem Aufruf sämtliche Vereine ihren Namen setzen. Der Turntag wolle daher beschließen, zu diesem Zwecke 100 Mark beizusteuern. Außerdem möchte ich hiermit den Ausschuß beauftragen, zum 60. Geburtstage Max Nordaus namens der Jüdischen Turnerschaft die herzlichsten Olückwünsche zu übermitteln. Der Antrag wird debattelos einstimmig angenommen. Anträge von Dr. Jeremias -Posen: 1. Der IV. Turntag empfiehlt den Verbandsvereinen, unter Hinweis darauf, daß bereits in Wien, Lemberg, Tarnopol, Qraz, Köln u. a. die Turnvereine von der Kultusgemeinde subventioniert werden, auch ihrerseits bei den Kultuskörperschaften um Gewährung einer ständigen Beihilfe anzutragen. 2. Der IV. Turntag beauftragt den Ausschuß, mit dem soeben geschaffenen Verbände der Jugendvereine zwecks gemeinsamer Förderung der Leibespflege unter der jüdischen Jugend in Beziehung zu treten. Er empfiehlt den Verbandsvereinen in jedem Falle ihre Mitglieder zur Teilnahme bei der Begründung von Jugendvereinen und bei der Arbeit in diesen Vereinen zu veranlassen und dabei insbesondere der Wahrung der Interessen der Jüdischen Turnerschaft ihr Augenmerk zuzuwenden." Nach einer Debatte, an der sich die Herren Dr. Zirker, Greifenh.agen-Stettin und Dr. Arndt beteiligen, wird beschlossen, die Anträge Dr. Jeremias' den Verbandsvereinen als wertvolle Anregungen zur Kenntnis zu bringen, zumal im Hinblick auf die Jugendvereinsbewegung, auf deren Wichtigkeit und Entwickelungsmöglichkeit der Vorsitzende hinweist. Referat: „Die hebräische Komtnandosprache in der Jüdischen Turner* schalt" von Richard Schwarz -Graz. Das jüdische Volk schreitet seiner nationalen Wiedergeburt entgegen. Jenes Volk, das durch die Not der Verhältnisse während einer 2000jähriffen Diaspora nicht in der Lage war, seine nationalen Eigenarten zu behalten. Was nicht durch den Glauben festgehalten wurde, mußte abgestreift werden, so auch der Gebrauch unserer gemeinsamen, hebräischen Sprache. Das zuM nationalen Bewußtsein wiedererwachte jüdische Volk hat erkannt, daß die Erhaltung und Wiedereinführung der hebräischen Sprache eine unbedingte Notwendigkeit für die Zukunft des Volkes ist. Es ist daher unbedingte PflicM jeder national-jüdischen Korporation, die hebräische Sprache überall dort wieder einzuführen, wo es unter den gegebenen Verhältnissen möglich Die national-jüdische Turnbewegung hat als eine der ersten diese Notwendigkeit erkannt und das Prinzip dadurch zum Ausdrucke gebracht, da sie das hebräische „Hedad" als Oruß einführte^ Die Einführung des hebräischen Grusses zeigt deutlich, wohin der Weg weiterführt, nä"J'^f zum hebräischen Kommando. Unsere nationale 1 urnbewegung hat die Mög^ lichkeit spielend leicht, am Turnplatze das hebräische Kommando einzu-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.