Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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98 No. 6/7 anderen Verbandsvereinen, in deren Nähe wir wohnen, in Verbindung getreten. Ich war selbst in Bielitz-ßiala und in Graz und habe mich auch mit anderen Vereinen in Verbindung gesetzt. Das ist selbstverständlich nicht die volle Tätigkeit, die zu erwarten ist. Aber gerade deshalb, weil es nur persönliche Verhältnisse waren, die ja auch dazu geführt haben, daß ich meine Stelle als Vorsitzender niederlegen mußte, die verhindert haben, daß die Obmannschaft den Anforderungen entsprechen konnte, gerade deshalb sind diese Umstände nicht Beweis dafür, daß die Obmannschaft als solche nicht lebensfähig war, oder daß sie derart abgeändert werden müßte, wie es von einer Seite beantragt wurde. Die Organisation an sich halte ich noch immer für eine ausgezeichnete, für das Bindeglied zwischen Ausschuß und den Verbandsvereinen. Und wenn sich der Ausschuß in die Lage gesetzt sehen wird, ein Bureau zu haben, das regelmäßig Berichte über den Ausschuß an die Obmannschaft gelangen läßt, so bin ich der festen Uberzeugung, daß die Obmannschaft entschieden ihre Stellung ausfüllen wird. Der Antrag, von dem ich vorhin gesprochen habe, ist zurückgezogen worden. Die Obmannschaft, die heute getagt hat, ist sich auch darüber klar geworden, daß heute nicht der geeignete Moment ist, mit einer derartigen Veränderung vorzugehen, und so bitte ich Sie, diesen allerdings etwas ärmlichen Bericht über die Obmannschaft zur Kenntnis zu nehmen. Es ist ja in den Statuten keinerlei Genehmigung des Berichts enthalten. Der Turntag hat nicht zu kritisieren, ob die Obmannschaft ihre Pflicht erfüllt hat oder nicht, sondern es ist nur ein Rechenschaftsbericht. Wir haben aber die Überzeugung, daß die Obmannschaft neues Leben gewinnen wird, und daß ihre Tätigkeit in der nächsten Periode für den ganzen Verband eine segensreiche sein wird. Die Obmannschaft hat beschlossen, dem Turntage einen Antrag zu stellen, und zwar hinsichtlich der Propaganda in den einzelnen Vereinen. Dieser Antrag lautet: Der Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft und die einzelnen Verbandsvereine werden angewiesen, sich mit den akademischen Vereinen und Verbindungen sowie alten Herren Vereinigungen behufs k r ä f t i g e r aktiver Anteilnahme an der jüdischen Turnbewegunü ins Einvernehmen zu setzen. Meine Damen und Herren, dieser Antrag hat seine Begründung darin, daß gerade die aktiven und ebenso die inaktiven, die alten Herren an der jüdischen Turnbewegung so gut wie gar keinen Anteil nehmen. Es liegen verschiedene Oründe dafür vor. Das ist nun natürlich sehr bedauerlich, denn wie überall braucht man auch in der Turnerschaft Leute, die Zeit haben, neben ihrem Studium für die Bewegung zu arbeiten. Das war also dei Grund, warum die Obmannschaft sich zu diesem Antrage veranlaßt gesehen hat. Ich bitte Sie daher, diesen Antrag, der nichts weiter ist als eine Anregung, anzunehmen. Dr. Arndt schlägt vor, diesen Antrag debattelos anzunehmen, da er geeignet ist, die Präge des Nachwuchses zu lösen. Der Antrag wird angenommen. „Wenn die Obmannschaft auch in der letzten Amtsperiode wen 8 Positives geleistet hat, so kann ihr der Dank des Ausschusses doch KeW sein. Eine solche Schaar von Vertrauensmännern ständig vorhanden * w issen, ist für den Ausschuß außerordentlich wichtig, denn es könnte derZuf