Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6/7 87 würdigt die von der jüdischen Turnbewegung getragene große Idee der Volksgesundung leider viel zu wenig. Doch ist als sicher zu erwarten, daß die Erkenntnis der Führer des Zionismus von der gewaltigen Bedeutung serade unserer Bestrebungen für die Judenheit allmählich auch hindurchsickert zu denjenigen, die unter Außerachtlassung solcher modernen realen Bestrebungen für die jüdische Zukunft nur mit abstrakten Theorien arbeiten. Vor allem aber winkt auch in dem Lande, in dem der Zionismus ursprünglich nur gedanklich, jetzt aber auch konkret sich einbürgert, unserer Arbeit reiche Frucht. Wohl der Initiative des rührigen Vorsitzenden unseres Kölner Vereins haben wir es zu verdanken, daß der Präsident des zionistischen Aktionskomitees mit entschiedenem Nachdruck an uns die Aufforderung richtete, zwecks Einführung des jüdischen Turnwesens in Palästina einen at)sgebildeten Turnlehrer aus unseren Reihen dorthin zu entsenden. Wir haben ur,s monatelang heiß bemüht, eine geeignete Persönlichkeit, und ich lege ,e Betonung auf die Persönlichkeit, ausfindig zu machen. In letzter Stunde sagte der von uns benannte Herr, eine Kapazität ersten Ranges, ab und Wlr gaben schon alle Hoffnung auf. Die Angelegenheit erledigte sich zu J-J'Serer Freude dadurch auf das beste, als Herr Orloff aus Jaffa zu einem '«ngeren Turnlehrerkursus hierher kam und hier eine gründliche Schule "rchmachte. Unter seiner Leitung fängt denn auch in Palästina die jüdische urnerei an, kräftige Wurzeln zu schlagen. Der Aufsatz der Herren Dr. Elias •uerbach und Ernst Hermann in der vom Ausschuß herausgegebenen F e s t - s c h r i f t erfüllt uns mit guten Erwartungen für die Zukunft. Wir versprechen "ns von der in naher Aussicht stehenden dauernden Niederlassung dieser Pelden Herren in Palästina recht viel für die Fortentwickelung unserer Sache. >e von dem Wiener Turntag angeregte Herausgabe eines hebräischen Leitens für den Turnunterricht hängt naturgemäß mit der Entwickelung es Turnwesens in Palästina eng zusammen. Denn in den Ländern des ntinents wird es gewiß noch lange Zeit währen, ehe wir die hebräische .nPracne z-u unserer Kommandosprache werden machen können. Herr Orloff afia ist in unserem Auftrage zurzeit mit der Herausgabe des Leitfadens undChäftiet' Herr Dr" Auerbach nat in den Leitfaden Einsicht genommen au Uns. er'<l3ri' daß die von Herrn Orloff gewählten Kommandos in ganz geze<chneter Weise das auf hebräisch wiedergeben, was sie ausdrücken n- Es wird heute in dem Referat des Herrn Schwarz aus Qraz die 8e der hebräischen Kommandosprache noch erörtert werden, dem A^U' ^iener Turntage wurde ferner gemäß einem Antrage Wolff de u USSChu^ ailIeeKeben, die Frage der Subventionierung durch die Alliance, Au" 'lfsverein und die J. C. A. zu beraten und möglichst durchzuführen. Der veTh B hat dieser Hinsicht sich auf den Standpunkt gestellt, daß er einm v handeln würde. wenn er auf eine Karte alles setzte. Eine kleine, er ß 6 ^ubvention kan» der Turnerschaft nicht viel nutzen, muß aber die weil i m°ralische Kraftdie in unserer Sache steckt, deshalb schwächen, wird e der'eniee, der etwas haben will, vielfach einem gleich erachtet kom nicllts zu bieten hat. Es kann und muß nur darauf anzei men' diesen großen jüdischen Organisationen zu fUre?n' daß die von uns gelehrten Erziehungsmethoden S|e von der äußersten Tragweite und Bedeutung sind.