Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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88 No. 6/7 Es erschien dem Ausschuß deshalb zweckmäßig, nicht in der überstürzten Weise, wie es der Antrag Wolff verlangt, an die großen Verbände und auch nicht wegen Bewilligung von Subventionen, sondern einzig und allein mit dem Gedanken und in der Absicht heranzutreten, die Vorstände dieser Körperschaften zu informieren. Unser Vorsitzender hat in mehrfachen Unterredungen mit geeigneten führenden Persönlichkeiten, wie u. a. Herrn Dr. Paul Nathan, sich bemüht, den Hilfsverein und die J. C. A. für uns zu interessieren und es darf wohl gesagt werden, daß das Resultat dieser informatorischen Besprechungen günstig ausgefallen ist. Gerade in dieser Beziehung bedarf es einer Beherzigung des Wortes: Gut Ding will Weile haben. Es wird Aufgabe des kommenden Ausschusses sein, in dieser Beziehung weiter zu arbeiten und die maßgebenden Persönlichkeiten jener großen gemeinnützigen Verbände für unsere Ideen so zu erwärmen, daß insbesondere in den Schulen des Orients, deren Existenz und Förderung ganz von ihnen abhängt, ein obligatorischer Turnunterricht mit unseren Methoden und unseren Zwecken Eingang findet. Nach diesen Betrachtungen über die Propaganda, die der Ausschuß iür die jüdische Turnidee außerhalb der Jüdischen Turnvereine, nämlich unter den großen Institutionen der jüdischen Stammesgemeinschaft zu unternehmen bemüht war, ist die Propaganda zu erörtern, welche er innerhalb des engeren Verbandes der Jüdischen Turnerschaft und ferner an den Orten, wo zwar noch keine Verbandsvereine bestehen, ab?.r Ansätze zu solchen Veremsbildungen vorhanden waren, betätigt hat,. In dieser Betätigung steht die Berichtszeit leider recht erheblich hinter den verflossenen Berichtsjahren zurück. Zwar hat kurz nach dem Turntag unser Freund Heilbrunn inoffiziell die « Halberstadt und Halle bestehenden Turnvereine besucht und in Magdeburg und Dessau sich um neue Vereinsgründungen bemüht, aber die Vortrag'" tournees, die in früheren Jahren durch den Verband unternommen wurden, konnten in den letzten Jahren nicht erfolgen, einmal weil uns Redner fehlten, vor allem aber auch, weil wir nicht die nötigen Geldmittel hierfür hatten. Erst wenn wir über erhebliche Mittel verfügen, und die in unserer Bewegung tätigen Persönlichkeiten mehr Zeit als bisher haben werden, oder, waSJr?S wünschenswerteste wäre, neue Kräfte in unserer Bewegung sich zur l™1 * arbeit melden, wird es möglich sein, in ausgedehntem Maße Vorträge aller Orten über unsere Sache halten zu lassen. Die Vorturnerstunde, die auf Antrag von Heinrich Meyer-Ke'n auf dem Wiener Turntag beschlossen wurde, hat im vorigen Jahre in Kö stattgefunden. Sie wurde leider nicht von allen Vereinen, aber doch v einer größeren Anzahl beschickt und hat zweifellos dazu beigetragen, " turnerischen Betrieb in den einzelnen Vereinen zu heben. Immerhin W* es fraglich, ob die Einrichtung der Vortunierstunde zu einer dauernden E richtung erhoben werden soll, da die damit den einzelnen Vereinen * erlegten Unkosten nicht in einem rechten Verhältnis zu den Früchten dies Veranstaltung stehen. Hervorgehoben zu werden verdient die vom Ausschuß aus er ° h Anregung, an den Orten, an welchen keine Turnvereine bestehen, aber do der Wunsch nach körperlicher Betätigung im jüdischen Kreise vorhanden ' Wanderklubs einzurichten. Die Schaffung solcher Wanderklubs hat