Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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86 No. 6/7 Monaten, in denen wir erhebliche Einnahmen zu verzeichnen hatten, war uie Finanzlage des Verbandes eine derartig klägliche, daß an irgendwelche Extravaganzen, wie es z. B. die Herausgabe einer jüdisch-deutschen Sechswochen-Korrespondenz gewesen wäre, nicht zu denken war. finanzielle Gründe und auch der Mangel an geeigneten Persönlichkeiten führten dazu, daß der gewiß dankenswerte Beschluß des Wiener Turntages, einen Fachmann oder zwei Redakteure für die Turnzeitung zu engagieren, unausgeführt blieb. Die vom Turntag beschlossene bessere Ausgestaltung des turntechnischen Teiles der Zeitung blieb ein frommer Wunsch auch des Ausschusses. Der Ausschuß sah sich genötigt, an Stelle des bezahlten Redakteurs die Turnzeitung, wie dies früher, wo die Ausschußmitglieder noch mehr Zeit hatten, geschah, selbst zu redigieren und dies wurde nur durch die außerordentlich fleißige und dankenswerte Mitarbeit der Herren Fritz Abraham und Burin ermöglicht. Hätten die Vereine dem auf Antrag des Herrn Baßfreund gefaßte" Beschluß des Wiener Turntages, durch Insertions- und Abonnements-Propaganda und durch Beschäftigung des Buchverlages die Turnzeitung kräftig zu unterstützen, mehr Folge geleistet, so hätten die damit eröffneten größeren Einnahmequellen dem Ausschuß auch eine größere Bewegungsfreiheit gewährt, und es hätte für eine bessere Ausgestaltung der Turnzeitung Sorge getragen werden können. Die Turnzeitung wäre dann auch, wenn eine bezahlte Kraft uns zur Verfügung gestanden hätte, pünktlicher erschienen. Die unregelmäßige Erscheinungsweise der Zeitung ist nicht zum wenigsten auch auf die unregelmäßige Mitarbeit der Vereine und ihrer Mitglieder und auf die finanziellen Schwierigkeiten sowie auf Mißhelliflrkeiten mit dem damaligen Geschäftsführer des Blattes zurückzuführen. Inhaltlich hat sich die Turnzeitung während der letzten Berichtsperiode gut gehalten. Sie ist, das können wir ohne Unbescheidenheit sagen, bessei gewordan als sie früher war. Und diese Tatsache erscheint uns deshalb so ungemein wertvoll, als eben, solange wir nicht über größere Geldmittel verfügen, die Turnzeitung das hauptsächlichste Propagandamittel des Verbandes dargestellt hat. Die Existenzberechtigung der Turnerschaft wird schon durch die Tatsache, daß die Turnerschaft die Turnzeitung herausgibt, begründet. Wenn auch in der Herausgabe der Turnzeitung die Hauptarbeit des Ausschusses bestanden hat, so hat der Ausschuß in der letzten Berichtsperiode nicht wie ihm vorgeworfen wird, sonst nichts geleistet, sondern er hat, sowei es der Zeit- und Geldmangel zuließ, getan, was getan werden konnte. Eine"1 Beschluß des Wiener Turntages gemäß richtete der Ausschuß an 8. Zionisten-Kongreß eine Adresse, in der gebeten wurde, der Turnsache rner» Aufmerksamkeit als bisher zuzuwenden. Das Schreiben wurde von dem Präsidenten des Zionistenkongresses empfehlend zur Kenntnis gebracht. Aber die Beziehungen zum offiziellen Zionismus können und sollen sich "'^J,' derartigen schließlich nicht sehr bedeutenden Schriftstücken erschöpfen, dem Zionismus, dem die jüdische Turnbewegung ihre Entstehung und ihf* hauptsächliche Förderung verdankt, in deren Organisationsrahmen sie ab als gemeinnützige Institution sich nicht einfügen kann, verlange" mehr. Unsere Bestrebungen werden, selbstverständlich von einsichtsvollen Führern der zionistischen Bewegung abgesehen, von zionistischen Ortsgruppenführern noch etwas von der Seite angesehen. '*l