Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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85 nähme der Ausschußmitglieder machte es einfach unmöglich, mehr zu tun, als Ketan wurde, zumal die Arbeiten, welche der Turntag dem Ausschuß aufgegeben hatte, bei näherer Feststellung sich als zurzeit nicht durchführbar und zum Teil nicht einmal angreifbar erwiesen. Das lag einmal an den betreffenden Aufgaben selbst. Um einige Beispiele zu erbringen, erwähne ich e» Antrag des Herrn Isidor Wolff, zwecks Organisierung des Turnwesens a»desausschüsse in allen Ländern, in denen Juden wohnen, einzurichten, gleichgültig, ob in diesen Ländern schon Turnvereine bestehen oder nicht, leser Frage ist der Ausschuß, sofern man von der bisher insbesondere Ufch die Initiative des Herrn Dr. Katz - Brody in Aussicht genommenen j-ahzischen Landes - Organisationen absieht, nicht näher getreten. Die ra£e ist auch noch nicht spruchreif. Sie hätte endlich nur ann erörtert werden können, wenn die Zeit, die dem Ausschuß zur Ver- ,gui,g stand, nicht vollauf von weit aktuelleren Angelegenheiten in Anspruch benommen worden wäre. Das gleiche ist auch von dem Antrag Wolff zu sagen, der dahin geht, engere Fühlung mit allen Turn-, Sport- und ähnlichen cremen des [n- und Auslandes zu nehmen, und womöglich einen Zusammenschluß aller dieser Vereine zu bewerkstelligen. Der Wiener Turntag hat Ja< offenbar in der Erkenntnis, daß diese Anträge Wolf! noch nicht realisierbar se|en, dem Ausschuß auch nicht aufgegeben, die Realisierung vorzunehmen, sondern nur gewünscht, daß unter Herbeiziehung des Referenten und sonstiger geeigneter Persönlichkeiten diese Anträge eingehend beraten und möglichst """chgeführt würden. Die Beratung der in der Wölfischen Broschüre ent- "dtenen Vorschläge hat mehrfach stattgefunden, aber der Ausschuß überzeugte sich, daß die Anträge Wolff die organische Entwicklung, die unser ^erbancl rtnrchmachen muß, überspringen und für die Gegenwart nicht itr s hi^e ltommen können. Die Jüdische Turnerschaft wird gut tun, die Vorläge des Herrn Wolff als wertvolles Material iür die zukünftige Entwick- 8 unserer Sache bei Gelegenheit zu verwenden. ^. Es sind aber nicht bloß solche Gründe, die den Ausschuß veranlaßten, e^ sestellte Aufgabe vor dringenderen und wichtigeren zurückzustellen, >st vor allen Dingen die finanzielle Schwäche unserer Organisation geesen, die es uns nicht möglich machte, alles das in die Hand zu nehmen auszuführen, was ausgeführt werden sollte. Es erscheint im Ernste he/ 'rd'8. wie trotz dieser schlechten Finanzlage es der Turnerschaft bismöglich war, sich zu halten. Ich werde in meinem später zu gebenden j1>..anzl,erichim einzelnen darlegen, wie traurig es um unsere Kassenveialte"1 V6 bestelIt ist- Erst nachdem in allerjüngster Zeit durch die Begleichung q .r Verbandsschulden seitens mancher Vereine die Turnerschaft größere b dmittel in die Hände bekommen hat. war es möglich, das Zentralj .r.eau> welches ebenfalls im Antrage Wolff vorgesehen war, für das An' h Herr Wolff nur einen Ehrlichen Kostenaufwand von 1200 Mark in Bur ■ 8e^racnt hatte, einzurichten. Die Erfahrungen, die mit diesem der^" " den 'etz'en Monaten gemacht worden sind, sind derartige, daß drin scn"ß die Beibehaltung des Bureaus unter allen Umständen aufs ber ^endste. »"empfiehlt. Es wird Aufgabe des Turntages sein, darüber zu erh |Cn' W'e d'e ^'tte' herbeigeschafft werden können, um diese Aufrechtes des Bureaus zu sichern. Wie gesagt, abgesehen von den letzten