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Jüdische Turnzeitung · 1909-06-01 · 6/7 (6.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
6/7 (6.1909)
Date
1909-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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82 No. 6, " Iii s t i n a größere Hoffnungen setzen dürfen. Es ist gelungen, den Turnverein in Jaffa, der von dem leider zu früh verstorbenen Dr. Knhan gegründet worden ist und einige Zeit unter mancherlei Nöten bestand, zu konsolidieren, und in dem Turnlehrer Herrn Orloff, der in Bern und hier seine Ausbildung erfahren hat, eine Kraft zu gewinnen, die weit über die lokalen Verhältnisse hinaus wirken wird. Seitens der zionistischen Organisation ist im Jahre 190'« bald nach Inkrafttreten des neuen Ausschusses, an uns das Ersuchen gerichtet worden, einen Turnlehrer nach Palästina zu senden. Der Turnlehrer sollte ein Jahr auf Kosten der Zionistischen Organisation in Palästina die Turnsache verbreiten, dort Vereine gründen, Turnlehrer heranziehen, Fortbildungskurse einrichten, kurz dasjenige, was wir hier besitzen, auch dort den Menschen in Fleisch und Blut übergehen lassen. Das wäre ein gtoßes Werk gewesen, ein Werk, wie es nach unserem Herzen ist. Oerade dort handelt es sich darum, Disziplin in die an Manneszucht größtenteils nicht gewöhnten Massen hineinzutragen: auf die neue Judenheit dieses Landes können wir die größten Hoffnungen setzen, das sind Menschen von unserem Schlage, freilich vielfach ungezügelte Menschen, aber voll Feuer und ungebrochener Kraft. Diesen Menschen unsere Turnsache entgegenzubringen, das w äre eine Kulturtat, für die sich die Jüdische Tumersehatt unsterbliche Verdienste erringen würde. Leider hat es das Schicksal, nachdem bereits zwei tüchtige Männer dafür verpflichtet waren, anders gewollt; der Geschäftsbericht des Herrn Dr. Zirker wird Ihnen das Nähere darüber mitteilen. Jedenfalls kennen wir nun die Richtlinien, in denen eine derartige Organisation in Palästina ins Werk zu setzen ist, und so zweifle ich nicht daran, daß wenn von unserer Seite alles geschieht, unser Turnwerk imstande sein wird, dort das einzuführen, was ersprießlich für die palästinensische Judenheit und für die Judenheit der ganzen Welt ist. Über Oalizieu werden Sie durch das Referat von Herrn Or. KaiZ- Brody, der in dankenswerter Weise hier erschienen ist, weitere Auischliisse erhalten. Weini ich zum Schlu« meiner Ausführungen noch etwas sage» darf, so ist es. daß die jüdische Turnbewegung groß geworden ist duich nichts anderes als durch eine Idee. Die jüdische Turnbewegung ist nicht desuegen groß geworden, weil das Turnen an sich eine herrliche Kunst i*1dies, meine Herren, dürfen Sie, gleichgültig, wie hoch Sie auf der Stufenleiter des Turnens stehen, nicht vergessen. Sie dürfen sich keinem Zweifel hingeben, daß in demselben Moment, in dem unsere n a t i o n a I - i ü d i s c h e Idee ihre Kraft bei uns einbüßt, der erste Stein am Fundament der sehen Turnsache gelockert ist. Ks hat Arbeit gekostet, bis wir soweit gekommen sind, daß wir vor sechs Jahren eine Turnerschaft haben begründen können; und als wir de« Entschluß gefaßt, den Tendenz-Paragraphen zu einem national-jüdischen z" machen, da haben wir uns fragen müssen: wird dieses Fundament vielleic"* das Fundament eines kleinen Hauses sein, in das es sich nicht lohnt, ein Volk hineinzuführen, selbst ein kleines Volk nicht, oder kann es soweit ausgebaut weiden, daß es das Fundament einer mächtigen Halle werden kann, die die Juden der ganzen Welt zusammen zu fassen vermag. Wir haben den fol£en"

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