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Jüdische Turnzeitung · 1909-05-01 · 5 (5.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
5 (5.1909)
Date
1909-05-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 5 67 Tätigkeit unseres Wiener Freundes in der Jüdischen Zeitung (-Wien) gefunden, schliessen wir uns in jeder Beziehung an: „Vor etwa einem Jahrzehnt berief Dr. Theodor H e r z 1 die Alten Herren der Wiener Verbindungen zu einer Besprechung, um Mittel zu erwägen, auf welche Weise die einst so bewährte Regsamkeit der Alten Herren wieder wachgerufen werden könnte. Ludwig Werner schlug damals vor, das System der Arbeitsteilung auch bei der Tätigkeit der Alten Herren Platz greifen zu lassen. Die Agenden und das Feld der Betätigung haben sich so sehr erweitert, dass es für Männer, die im Leben stehen, nicht möglich sei, bei allen Arbeiten der Regenerierung aktiv mitzutun. Jeder möge sich das Feld der Betätigung wählen oder zuweisen lassen. Ludwig Werner erklärte sich damals bereit, seine Arbeitskraft dem jüdischen Turnverein zur Verfügung zu stellen. Nahezu ein Dezennium stand er an der Spitze des Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines. Da er sich nun infolge beruflicher Ueberlastung veranlasst sah, sein Mandat als Obmann dieses Vereines niederzulegen, ziemt es sich wohl, seine hervorragenden Qualitäten und seine ausserordentlichen Verdienste um die jüdische Turnsache und um den herein in Kürze zu würdigen. Die zionistische Bewegung in Wien musste es schmerzlich erfahren, wie wenig Verständnis unter den jüdischen Bewohnern dieser Stadt für moderne jüdische Bestrebungen zu erwecken ist, wie sehr Indolenz, Bequemlichkeit und Gesinnungslosigkeit jeder ernsten jüdischen Kulturarbeit hemmend entgegentreten. Bei der Schaffung und Erhaltung des Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines waren diese Hindernisse in noch reichlicherem Masse vorhanden. Zur Zeit der Gründung bestand ein grosser, alter Turnverein, dem zum grössten Teile Juden angehörten. Wen focht es an, dass er sich „Deutsch-Oesterreichisch" nannte und vorgab, es auch zu sein? Wen störte es, dass die Vereinsleitung krampfhafte Bestrebungen 2«gte, sogar Indifferenten deutschnationales Empfinden beizubringen? Nichts wurde sorgsamer vermieden, als der Judenpunkt, sofern er nicht bei den Eliminierungsbestrebungen aus deutsch - arischen Organisationen eine Rolle spielte. Da aber Assimilanten bekanntlich recht unempfindlich sind, lag für die Juden Wiens kein Grund vor, die wohl eingerichteten Turnsäle des „Deutsch-Oesterreichischen" 2U beiden. Fand sich doch noch vor kurzem ein Mann, der einer jüdischen Korporation die Erhöhung der Subvention für den Ersten Wiener Jüdischen Turnverein mit der Begründung nicht befür-

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