Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 5 (5.1909)
- Date
- 1909-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4921092-5965117-5965289--2420-4925240- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 5 63 Volks- und Jugendspiele in Deutschland, dem deutschen Turnlehrerverein, den Vertretern deutscher Sportverbände und sonstigen hervorragenden Persönlichkeiten, einen Aufruf erlassen zur Fürsorge für die schulentlassene Jugend. Der Aufruf weist darauf hin, dass die grosse Masse der Jugend mit 13 oder 14 Jahren die Volksschule verlässt, dann sofort in den Dienst eintritt und in der für die Entwicklung des Organismus so wichtigen Lebensperiode zwischen 14. und 13. Lebensjahr schon mitten in der Arbeit um Lohn und Brot, oft gar losgelöst vom Familienleben, steht. Die an und für sich schon von Haus aus gesundheitlich schwachen Kinder werden frühzeitig in enge, lichtlose, dumpfe Räume, in Kontore, Fabriksäle und Werkstätten gezwungen, verlieren die Kenntnis und Liebe zur Natur und drohen körperlich zu verkümmern, zumal eine geregelte allseitige Körperpflege nicht durch die berufliche körperliche Arbeit ersetzt werden kann. Der Aufruf verlangt die Einführung der Leibesübungen als verbindlichen Gegenstand in der Pflichtfortbildungsschule' und eine Heranziehung der Jugend zu Turnen, Spiel und gesundem Sport durch die freien Organisationen. Es bedarf kaum einer ausführlichen Begründung, dass die Einführung der körperlichen Erziehung auch in das Arbeitsprogramm ^er jüdischen Jugendvereine diesen zu grossem Nutzen gereichen dürfte, und die Vertreter der jüdischen Turnsache werden wohl daran tun, jetzt bei der Inaugurierung der Jugendvereine in Deutschland rechtzeitig ihre Stimme für die Propagierung ihrer Bestrebungen unter der jüdischen Jugend zu erheben. Turn- und Wanderlied. Mel.: Wohlauf die Luft geht frisch und rein. In Reih' , und Glied, in Schritt und Tritt Zu zweien oder vieren, Da klopfen Herz und Pulse mit, Das nenn' ich ein Marschieren. Sind Kraft und Strenge so gepaart In frohbeherzten Gliedern, So brauchen wir zur Wanderfahrt Nur noch ein Lied von Liedern! Valleri, vallera.