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Jüdische Turnzeitung · 1909-05-01 · 5 (5.1909) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
5 (5.1909)
Date
1909-05-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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62 No. 5 stellt, die man bekämpfen will. Wenn der Hauptreferent auf jener Versammlung als Namen der Vereine „Deutsch-israelitischen Jugendvereine" (mit Sperrdruck der Silbe „deutsch") vorschlug, so ist auch hier wieder die Erscheinung zu beobachten, die aus dem Wesen unserer Golusstellung erklärt werden muss, dass wir bei jeder jüdischen Neuschöpfung ängstlich auf die nichtjüdische Aussenwelt schielen und um deren Wohlwollen buhlen. Gerade als Rabbiner musste der Referent wissen, dass die staatsbürgerliche, patriotische Erziehung in der jüdischen Erziehung eingeschlossen ist. Wer aus einem jüdischen Hause mit alten, guten jüdischen Traditionen hervorgegangen ist, der weiss, dass zu diesen Traditionen auch die Pflege der treuen Gesinnung gegen den Staat gehört, in dem wir leben. Wohltätig sticht die reine Selbstverständlichkeit der Staatsbürgertreue eines Juden vom alten guten Schrot und Korn ab von dem Hurrapatriotismus, mit dem man sich heute jüdischerseits bei der Umgebung in gutes Licht zu setzen sich bemüht. Macht die Jugend wieder gut jüdisch, dann wird sie auch staatstreu sein! Wir gehören nicht zu denjenigen, die der Jugend jüdische Scheuklappen anlegen wollen, damit sie von der übrigen Kulturwelt keine Notiz nimmt. Aber von dem Mittelpunkte aus einer gefestigten Stellung im und zum Judentume wird die Gesamtauffassung alles Lebens und Geschehens in der Kulturwelt am besten eine harmonische, ausgeglichene werden können. Wie die Fundamentierung einer Jugendorganisation auf jüdischer Grundlage andere erzieherische Bestrebungen nicht nur nicht ausschliesst, sondern geradezu fördert und veredelt, zeige« die Vereine, denen dieses Blatt zu ihrem Organe dient, die jüdischen Turnvereine, die heute schon eine jüdische Jugend vereinsorganisation bilden, deren man bei der öffentlichen Diskussion der Frage seither gar nicht gedacht hat. Und doch erfüllen sie heute schon die Aufgaben zum grossen Teile, die man der Jugendvereinsbewegung zumisst, indem sie Freundschaft und Geselligkeit pflegen, jüdisches Bewusstsein stärken, dabei aber die körperliche Ertüchtigung des jungen Menschen besonders erstreben. Es ist auffallend, dass dieses hygienisch - pädagogische Moment bei dem Programm der neuen Jugendvereine ganz beiseite blieb. Die allgemeinen (nicht" jüdischen) Fürsorgebestrebungen für die schulentlassene Jugend wissen die Bedeutung der leiblichen Erziehung besser zu schätzen' Im Dezember 1908 hat der Vorstand der Deutschen Turnerschaft in Verbindung mit dem Zentralausschuss zur Förderung der

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