Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 3/4 (3.1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3—4 53 es kürzlich im österreichischen Abgeordnetenhaus zu einer heftigen Debatte, nach welcher nicht viel gefehlt hätte, dass den jüdischen Schülern der Eintritt m die Mittelschulen nur nach dem Prozentsatz ihrer Bevölkerungszahl gestattet wurde. Ein wie schwerer Schlag dies für den Bildungsdrang der Juden gewesen wäre, kann man leicht aus der Statistik ersehen. Alfred Burin. Der Jüdiscne Verlag in Köln, Karolingerring 6, hat soeben unter dem Titel „Bücher der Jüdischen Renaissance" ein hübsch ausgestattetes, illustriertes Büchlein erscheinen lassen, das eine umfassende Zusammenstellung sämtlicher Werke der modern-jüdischen Literatur enthält, äs Büchlein wird dazu beitragen, dem Jüdischen Verlag, der mit einen Publikationen im jüdischen Buchwesen bahnbrechend gewirkt hat, >eue Freunde zu gewinnen. Interessenten erhalten das Buch kostenlos und Portofrei vom Verlage oder durch ihren Buchhändler. Jfi?0b Koch, Weltmeister im Ringkampf, Lehrbuch des Ringkampfs. Mit Abbildungen. Preis 1 M. (Verlag Hermann Walther. Berlin W. 30.) ko ^'e'enigen, welche den Ringkampf vom Turnboden bannen wollen, de""^" Von ie*ier inre Ansicnt weniger mit prinzipiellen Gründen, denn mit m Hinweis auf äussere Hindernisse verfechten. Wir halten den Ringkampf r eine so wertvolle Ergänzung unserer Turnerei, dass wir nur wünschen nnen, dass es diesem gemeinverständlichen, kurzen, aber doch erschöpfeniib" bucne Belange, den Ringkampf bei den Turnern, die zu seiner Ausung doch wohl am berufensten sind, wieder zur Blüte zu bringen. •Jüdische GemeindepoIHik" von Rechtsanwalt Dr. Max Kollenseherosen, Verlag Zionistisches Zentralbureau, Berlin - Charlottenburg, 32 Se>ten, kl. o. Kill ^ber '"',ici'sc,ie Qemeindepolitik" veröffentlicht Rechtsanwalt Dr. Ma.\ int' Sc'ler ini Verlage des Zionistischen Zentralbureaus zu Berlin eine diif oSSa"lc ^roscnu|e. Der Gruniigedanke des Schriftchens ist der, dass „ Gemeinde in demokratischem Sinne konstituiert und verwaltet werden Kelf^ Repräsentanz sei daher, so fordert er, durch allgemeine, gleiche. U|) .e'",e Wahlen zu berufen, der Etat auf Grund progressiver Einkommens- Ste mÖKenssteuer aufzustellen, ohne' die Mitglieder durch indirekte \V hui".a"' R'*Ila''en zu belasten. Ebenso solle die Gemeinde die gesamte la" '"'t'Skeitspflege übernehmen, anstatt sie einzelnen Vereinen zu iiber- Ulj .en' um die sozialen Aufgaben in grosszügiger Weise erfüllen zu können den Mitgliedern das Selbstbestimmungsrecht zu wahren. Koll Verhältnis von Staat und Religionsgesellschaft denkt sich Uirek"scner so, dass die Gemeinden und Verbände vom Staate das Recht der iibr Erhebung und zwangsweisen Beitreibung von Steuern erhalten. Im jlh 1Jren w'|nscht er die Selbständigkeit der Gemeinden dem Staate gegenr- Um in ausreichender Weise materiell für die Beamten, sowie für deren nie'^rf6" Und ^aisen sorgen zu können, wird ferner die Schaffung von Gcm '"deverbänden gefordert, damit besonders die leistungsschwachen Oe- I, i en in Stand gesetzt werden, ihre Gemeindebeamten ausreichend zu behandelt ^'CSe Sozialen AufBaben der Gemeinden werden sehr ausführlich In religiöser Beziehung nimmt der Verfasser Stellung gegen die Ver- U,ji,PnR der hebräischen Sprache aus der Synagoge, gegen die Untcraufd""11 des Ziousgedankens und andere Reformen. Im einzelnen geht er ni-u* Meinungsverschiedenheiten zwischen Orthodoxie und Liberalismus »'cht ein.