Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 3/4 (3.1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3—4 35 weise gar keinen semitischen Typus haben. Setzt sich doch dieser Typus bei den heutigen Juden zusammen aus Erscheinungen, die in unserer Anlage begründet sind und in durch den Druck vieler Jahrhunderte künstlich herangeziiehteten. Wenn letztere, die unangenehm auffallen, in einer glücklicheren Qeneration schwinden, so kann der zurückbleibende, rein semitische Typus an und für sich auf den Kenner und auf jeden gebildeten Menschen, der aufgehört hat, alles Fremdartige zu hassen, keineswegs unangenehm wirken. Er ist in seiner Art ebenso schön und edel, als der in den reichen West-Ghettos unserer Grossstädte bei Jüdinnen so beliebte germanische blonde, oder der slavische, oder irgend ein anderer Typus. Jn einzelnen Familien, deren Sprösslinge durch Luxus, Verweichlichung, Liederlichkeit, durch gewisse von Schuld der Eltern zeugende Krankheiten auf der sozialen Leiter herabgeglitten sind (dreht sich bei den Juden das Schicksalsrad doch schneller!), kann man dann den Rückfall in einen, in seiner Art viel widerwärtigeren Typus sehen, als der der Voreltern gewesen ist. 1" summa glauben wir also, dass die Verkümmerung der Gesamtkonstitution während einer überlangen Periode des Elends die Schuld trägt an der Entnervung der Juden nach einer gewissen Richtung und ihrer Entmuskelung. Es würde die Orenzen des für einen Artikel gegönnten Raumes überschreiten, wollte ich über die Nervenschwäche und über die Nervenkrankheiten unseres Stammes sprechen. — Nur kurz soviel: Ich muss nach einer "lehr denn 40jährigen Erfahrung, wobei ich diesem Punkte spezielle Aufmerksamkeit zuwandte, leider im Gegensatz zu Ruppin es aussprechen, dass die Juden von Geistes- und Nervenkrankheiten in einem erschrecklichen, im Vergleich mit anderen Völkerschaften unverhältnismässig hohen Prozentsatz heimgesucht werden. Was können wir tun, um dies zu bessern, wie schaffen wir unserer Rasse gesunde Nerven und gesunde Muskeln? — Es fehlt im jüdischen Gehirn nicht an den Substraten für die Fähigkeiten des Aufmerkens, des Nachdenkens, der geistigen Kombination und Abstraktion. Wir haben solche stets hen müssen zur Selbsterhaltung und weil wir nichts Besseres tun konnten. Was uns fehlt, ist die Willenskraft, die nicht passiv im Verharren oder in grillenhaftem Eigensinn, sondern in frischer Betätigung des Geistes in der Aussenwelt mittels einer kräftigen Muskulatur bewirkt wird. Diese fehlt uns vorwiegend zur harmonischen Ausbildung unseres Seelenorgans. Haben wir eine genügende Muskelkraft, so können wir selbst auf rein geistigen üef.!eten nichts leisten. Denn die Entäusserung der Geisteskraft zum Nutzen "r andere geschieht doch auch auf dem Wege der die Muskeln in Bewegung atzenden Nerven. St ^bCr die Handlung unseres Geistes und Gemüts kann ich an dieser e auch nur summarisch bemerken, dass Einfachheit und Selbstzucht, im rel°^en Un<i 2anzen das Festhalten an die auch hygienisch vortrefflichen jj'*'°nsgesetzlichen Vorschriften und an die Sitten der Väter, welche duich dra sen,ie ini Sturm sich bewährt haben, das Beste ist, was einem bed" ,^tamm noch heute dringend anzuraten ist. die H' en wir a"sserdem die Muskeln zur Tätigkeit an, so erwecken wir aus urnprovmzen. welche der Bewegung und «lern Willen zugeeignet sind, er Lethargie, was bislang vielfach ein wahres Manko in unseren