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Jüdische Turnzeitung · 1908-12-01 · 12 (12.1908) · p. Seite 217

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
12 (12.1908)
Date
1908-12-01
Page
Seite 217 (sequence 11)
Language
German
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No. 12 217 den stammestümlichen Geist Judas zu betonen, während es scheinen mochte, das Mattitjahu ein Prediger in der "Wüste war. Aber gerade Mattitjahu war nicht der Mann, sich von Schwierigkaiten zurückschrecken zu lassen. Von vornherein war er von der Wahrheit seiner Idee und ihrem endlichen Siege durchdrungen. In seiner Familie schuf er zuerst den festen Kern einer Nationalpartei. Der Familienverband ist ja bei der semitischen Rasse viel fester gefügt als bei den Indoeuropäern: und-kurze Zeit früher hatte erst die semitische, ja ebenfalls hebräisch-kanaanitische Familie des Puniers Hamilkar Barkas bewiesen, Was eine Sippe vermochte, wenn sie ihrem Stamme ein nationales Rückgrat geben wollte. Und wie ein Hanibal ohne seinen Vater Hamilkar undenkbar ist, so ist auch ein Juda Makkabbi nur als Mattitjahus Sohn verständlich und begreiflich. Mattitjahu hat es verstanden, die durch die Assimilationsversuche veränderte Denkweise seines Jahrhunderts dazu zu benutzen, in ihr den Keim zu nationalem Denken reifen zu lassen, umsomehr als unbewusstes Nationalgefühl nie erstorben war. Er wandelte dieses Gefühl in klares National bewusstsein. Was von oben her zerstört war und noch vernichtet wurde, baute er von unten her auf festen Grundlagen wieder auf, und selbst die Zerspaltung seines Stammes in feindliche Parteien diente ihm, das Volk politisch zu schulen. So gelang ihm der schwere Kampf selbst in den Reihen derer, die bis dahin für den Fortschritt und die Kultur der Fremdbürtigen ihre Kraft in den Dienst stellten, Männer und Jünglinge zu finden, die bereit waren, ihren Idealismus und ihre Opferfähigkeit dem eignen Stamme zu widmen. Nur auf diesem Wege und stets mit festem Ziel vor Augen war es möglich, eine kleine Gruppe nationaler Gesinnungsgenossen zu schaffen, um den Blick der Juden auf sich selbst zu richten. So war es das Verdienst des greisen Priesters, dass er die rechte Stunde die Makkabaer schuf, und mehr als die Wunder der Tapferkeit, die unsere Väter verrichteten, war das Wunder, das an ihnen selbst geschehen. Als der Kampf in Modim zum Ausbruch kam, da war der Hauptkampf schon entschieden und das grösste Wunder geschehen, aus einem feigen Stamme Helden zu schaffen, die den Beweis Üefern sollten, dass durch nationale Selbsthilfe auch ein minimaler Stamm imstande ist, einer Welt in Waffen zu trotzen. Als die Stunde der tiefsten Schmach gekommen zu sein schien, da war der Retter schon längst erstanden.

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